Direkt zum Inhaltsbereich

Buchstaben-Tippen mit der Kraft von Gedanken

KÖLN (mut). Neurophysiologische Erkenntnisse finden Eingang in die Therapie, wie bei einer neurologischen Tagung deutlich wird.

Veröffentlicht:

"Jetzt ist es Zeit, nicht mehr nur Diagnostik, sondern auch Therapie zu betreiben, denn wir verstehen mit modernen neurophysiologischen Methoden immer besser, was im Gehirn von Gesunden und Kranken passiert", so Professor Gereon Fink aus Köln zur Eröffnung der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN).

Aus den Erkenntnissen ließen sich inzwischen viele neue Therapieansätze ableiten. Als Beispiel nannte der Kongresspräsident die Rehabilitation nach einem Schlaganfall.

Motorische Fähigkeiten können auch später noch verbessert werden

Mithilfe von Techniken wie der transkraniellen Magnetstimulation oder der transkraniellen Gleichstromtherapie lässt sich auch viele Monate nach dem Ereignis die motorische Funktion deutlich verbessern.

In der Regel werden mit den beiden Verfahren überaktive Hirnregionen in der nicht betroffenen Hemisphäre gedämpft. Solche Überaktivitäten blockieren nicht selten Areale in der betroffenen Hemisphäre und verstärken damit die Lähmungen.

Auf dem Kongress wurde auch eine Methode vorgestellt, bei der Finger auf der betroffenen Seite hochfrequent taktil oder elektrisch gereizt werden. In einer Studie ließen sich die Behinderungen damit stärker reduzieren als mit einer alleinigen Standard-Reha aus Physio-, Ergo- und Sprachtherapie.

Algorithmen erkennen gedachte Bewegungen

Auch für Patienten mit Locked-in-Syndrom, die bis auf das Augenlid komplett gelähmt sind, gibt es zumindest die Hoffnung, dass sie wieder mit ihrer Umgebung kommunizieren können. Spezielle Algorithmen erkennen gedachte Bewegungen im EEG.

Damit lässt sich am Computer schreiben: In einer halben Stunde können solche Patienten alleine mit der Kraft ihrer Gedanken immerhin etwa 200 Buchstaben "tippen". Das hat Professor Gabriel Curio von der Charité in Berlin berichtet.

Weitere Themen der Tagung, die noch bis zum Samstag dauert, sind ethische Aspekte bei der tiefen Hirnstimulation oder die Früherkennung von Alzheimer mit neuen bildgebenden Verfahren wie PET-MRT.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt