Direkt zum Inhaltsbereich

Faktor-Xa-Hemmer

"Universal-Antidot" in Entwicklung

Die Entwicklung eines Antidots gegen Faktor-Xa-Hemmer geht in die nächste Phase. Wirksamkeit und Sicherheit eines potenziellen Universal-Mittels sollen jetzt in einer Phase-II-Studie geprüft werden.

Veröffentlicht:

SOUTH SAN FRANCISCO. Mit den neuen oralen Antikoagulantien (NOAC) sind inzwischen Alternativen für die Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern verfügbar.

In großen klinischen Studien haben Substanzen wie der direkte Thrombinhemmer Dabigatran und die direkten Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban und Apixaban bei dieser Indikation ihre Nicht-Unterlegenheit oder auch Überlegenheit im Vergleich zum Vitamin-K-Antagonisten (VKA) Warfarin bewiesen.

Für keinen der neuen Gerinnungshemmer gibt es bisher ein Antidot, mit dem sich die antikoagulatorische Wirkung etwa im Fall schwerer Blutungen oder notfallmäßiger Operationen rasch stoppen lässt.

Das US-Unternehmen Portola Pharmaceuticals entwickelt gerade einen neuen Wirkstoff, der - sofern die klinische Prüfung erfolgreich verläuft - einmal als "Universal-Antidot" für Faktor-Xa-Hemmer dienen soll.

Bei dem Wirkstoff namens PRT4445 handelt es sich um ein rekombinantes Protein, das dem körpereigenen Faktor Xa ähnelt und aufgrund strukturelle Veränderungen in der Lage ist, die hemmende Wirkung von Faktor-Xa-Hemmern auf diesen Gerinnungsfaktor zu unterbinden.

Wie das Unternehmen in einer Presseinformation mitteilt, konnte die Phase-I-Prüfung erfolgreich bereits abgeschlossen werden, in der sich die Substanz als sicher und verträglich erwiesen habe.

Analysen von Gerinnungsmarkern in Blutproben von Probanden haben demnach ergeben, dass PRT4445 die Aktivität von Faktor-Xa-Inhibitoren rasch (innerhalb von fünf Minuten) und anhaltend (über drei Stunden) blockiert.

Der nächste Schritt wird nun eine Phase-II-Studie bei gesunden Probanden sein. Darin soll PRT4445 unter anderem in seiner Wirksamkeit als Antidot für Apixaban und Betrixaban - letzterer ist ein von Portola selbst entwickelter Faktor-Xa-Hemmer - getestet werden.

Bezüglich Apixaban ist das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Bristol-Myers Squibb und Pfizer eingegangen. (ob)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

„ÄrzteTag“-Podcast

Die Impfsaison startet: Wie gehen Sie vor, Dr. Fleischhauer?

Lesetipps
Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache