Direkt zum Inhaltsbereich

Cannabis

Erhöhtes Risiko für den Schlaganfall?

Veröffentlicht:

STRAßBURG. Geradezu vielversprechend klingen Meldungen, wonach Cannabis die Symptome von Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Epilepsie verbessere. Andererseits sind mögliche Cannabis-assoziierte Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall in der Diskussion.

Cannabis-Konsum - ein Risikofaktor für den Schlaganfall? Dieser Frage ist eine Gruppe um Dr. Valerie Wolff an der Uniklinik Straßburg in einer Übersichtsarbeit nachgegangen (Stroke 2013; 44: 558).

Von insgesamt 59 Fällen wird in der Literatur berichtet. Ganz überwiegend handelte es sich um ischämische Schlaganfälle (IS), und zumeist waren Männer betroffen.

Von einer Assoziation zwischen Cannabis-Konsum und Schlaganfällen wurde in einer epidemiologischen Studie berichtet. Danach waren 1 Prozent der im Jahr 2003 in Texas dokumentierten ischämischen Schlaganfälle auf den Cannabis-Konsum zurückzuführen, schätzten die Autoren. Viele dieser Schlaganfälle traten tatsächlich während des Kiffens oder kurz danach auf.

Auffällig ist, dass bei Cannabis-Konsumenten mit IS häufig multifokale intrazerebrale Stenosen (MIS) auftraten. In einer prospektiven Studie hatten von 48 jungen IS-Patienten immerhin elf solche MIS, davon konsumierten zehn Cannabis.

Andere Daten deuten ebenfalls darauf hin, dass der Konsum mit einer reversiblen Angiopathie einhergeht. Cannabis scheint die zerebralen Gefäße zu verengen. Diese Annahme muss aber noch in Studien geprüft werden.

Der typische Kiffer konsumiert aber zumeist nicht nur Cannabis, sondern auch oft viel Tabak und Alkohol. Demnach könnte auch der Lebensstil eine Rolle spielen. (VS)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Phase-III-Studie EMPHASIS

Antibiotikum verbessert wohl Prognose nach leichtem Schlaganfall

ACC-Kongress

Vorhofflimmern: Kann ein Vorhofohrverschluss die Antikoagulation ersetzen?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter