Ärzte Zeitung online, 18.02.2014

Kommentar zur CATIS-Studie

Auf die Reperfusion kommt es an

Von Thomas Müller

Bei einem Schlaganfall haben Ärzte alle Hände voll zu tun. Gut, dass sie sich nicht noch um die Einstellung des Blutdrucks kümmern müssen.

Zwar zeigt ein großer Teil der Patienten mit frischem ischämischem Infarkt einen zu hohen Druck in den Gefäßen, doch nur bei einem geringen Teil - nach Studiendaten bei weniger als einem Prozent - erreicht er lebensbedrohliche Werte, sodass eine rasche Drucksenkung nötig ist.

Nun könnte man meinen, eine schnelle Drucksenkung bringt vielleicht mittel- und langfristig Vorteile, vielleicht wird dadurch mehr Hirngewebe gerettet. Die CATIE-Studie aus China hat dies jetzt aber deutlich widerlegt und bestätigt die gängige Praxis: In der Akutsituation sind andere Faktoren wichtiger für die Prognose, der Blutdruck ist ohne große Relevanz.

Am wichtigsten ist sicher eine schnelle Reperfusion der verstopften Gefäße, dahinter verblasst alles andere. Nach vier bis sechs Stunden ist der Schlaganfall gelaufen - das betroffene Hirnvolumen hat dann seine maximale Ausdehnung erreicht.

Danach bringt weder eine rt-PA-Lyse noch eine mechanische Thrombektomie einen erkennbaren Nutzen, und erst recht keine überstürzte Blutdrucksenkung - wie wir jetzt endlich auch evidenzbasiert wissen.

Lesen Sie dazu auch:
Akutversorgung: Blutdrucksenkung bringt nichts bei frischem Schlaganfall

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »