Ärzte Zeitung, 08.07.2016

Abrechnungs-Tipp

Beim Weiterleiten an Kardiologen an Konsil denken

Bei länger als 48 Stunden anhaltendem Vorhofflimmern steigt das Risiko einer Thromboembolie und damit eines Schlaganfalls. Kritisch dabei ist, dass Erkrankte ein meist länger bestehendes, normofrequentes Vorhofflimmern nicht spüren und erst in einer tachykarden Phase den Arzt aufsuchen.

Eine Konversionstherapie birgt die Gefahren einer Thromboembolie, weswegen zuvor mittels transösophagealer Echokardiografie oder durch sechswöchige medikamentöse Antikoagulation dieses Risiko gemindert werden soll. Im hausärztlichen Versorgungsbereich sind bei Erstvorstellung und Verdachtsdiagnose die körperliche Untersuchung, das EKG und die entsprechende Beratung einschließlich Weiterleitung zum Kardiologen durchzuführen.

Nach EBM ist der gesamte Aufwand mit der Versichertenpauschale (beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt) nach Gebührenordnungsposition (GOP) 03000 und gegebenenfalls dem ausführlichen hausärztlichen Gespräch (GOP 03230) abzurechnen. Ein Langzeit-EKG ist nach GOP 03322 abzurechnen.

Die computergestützte Auswertung kann dann zusätzlich mit der GOP 03241 berechnet werden. Voraussetzung ist hierzu jedoch die Genehmigung der zuständigen KV nach der Vereinbarung zur Durchführung von Langzeitelektrokardiographischen Untersuchungen gemäß Paragraf 135 Abs. 2 SGB V.

Die GOÄ bietet folgende Möglichkeiten: Der Ganzkörperstatus (GO-Nr. 8), das EKG (GO-Nr. 651), Langzeit-EKG (GO-Nr. 659), die eingehende Beratung nach GO-Nr. 34. Bei Weiterleitung des Patienten an den Kardiologen ist die telefonische Besprechung mit diesem über die gegebenenfalls notwendigen therapeutischen Maßnahmen mit der GO-Nr. 60 für das ärztliche Konsil berechnungsfähig. (pes)

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