Ärzte Zeitung, 20.09.2005

KOMMENTAR

Thrombose - und wo sitzt nun der Krebs?

Von Gabriele Wagner

Krebs kann mit Thrombosen assoziiert sein. Das Stichwort heißt paraneoplastisches Syndrom. Vermutet wird, daß etwa Stoffwechselprodukte eines Tumors die Gerinnung stören.

Professor Hanno Riess aus Berlin sagt, daß man die Bedeutung von Malignomen als Ursache von Thrombosen bei Älteren kaum überschätzen könne. Bei jedem fünften Menschen über 40 könne Krebs Thrombose-Ursache sein. Kollegen der Universität in Sacramento sehen das etwas anders. Sie fanden, daß nur bei 0,1 Prozent von mehr als 520 000 Tumorkranken eine Thrombose erstes Krebssymptom war (Arch Intern Med 165, 2005, 1782).

Allerdings stellten die US-Kollegen fest, daß sieben Tumorarten häufig mit Thrombose assoziiert waren: akute myeloische Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphom sowie Nieren-, Pankreas-, Ovarial-, Magen- und Lungenkrebs.

Und was heißt das nun für die Praxis? Soll man nur nach diesen sieben Tumoren fahnden und bei negativem Befund aufhören, Patienten weiter zu untersuchen? Das kann nicht aller Weisheit Schluß sein. Denn Darm-, Prostata- und Brustkrebs gehören zu den häufigen Krebsarten bei uns, und es gibt keinen Grund, nicht auch nach ihnen intensiv zu suchen.

Lesen Sie dazu auch:
Über 40 und Thrombose? Da kann ein Malignom die Ursache sein

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