Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

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Ärzte Zeitung, 26.10.2005

500 000 Thromboembolie-Tote jährlich in Europa

Hochrechnung aus Ergebnissen von Studien- und Autopsiedaten / Tödliche Lungenembolien bleiben meist unentdeckt

PARIS (dru). In Europa gibt es jährlich etwa 1,5 Millionen thromboembolische Ereignisse. Und 543 000 von diesen Gefäßkomplikationen verlaufen tödlich. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus einer Hochrechnung, die ein 13köpfiges Expertenteam auf der Basis internationaler Daten vorgenommen hat.

Röntgenkontrastmittel-Untersuchung: In der Vena cava ist ein großer Thrombus zu erkennen. Foto: Sanofi-Aventis.

Die Hochrechnungen zur Thromboembolie basieren auf den Ergebnissen der VITAE (Venous Thromboembolism Impact Assessment Group in Europe)-Studie. Sie wurde von Professor Alexander Cohen vom King’s College Hospital in London und Mitglied der Expertenkommission bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Paris vorgestellt.

Die Experten haben aus epidemiologischen und klinischen Studienergebnissen sowie aus Autopsiedaten ein Modell erarbeitet, das eine Schätzung der thromboembolischen Ereignisse und der dadurch bedingten Sterberate in den 25 EU-Mitgliedsländern erlaubt.

"Die VITAE-Studie hat gezeigt, daß durch Thromboembolien mehr Menschen jährlich sterben als an Brustkrebs, Prostatakrebs, Aids und Verkehrsunfällen zusammen", sagte Cohen. Die Studie ist der erste länderübergreifende Versuch, das Ausmaß der thromboembolischen Ereignisse in der Europäischen Union zu beziffern.

Die klinische Datenlage, so Cohen, sei aufgrund der Tatsache, daß die Krankheit oftmals stumm und damit unentdeckt verlaufe, unzureichend. Die meisten tödlichen Lungenembolien blieben unentdeckt, weil es nicht zu einer Obduktion der Patienten komme.

Cohen: "Das Problem der Thromboembolie besteht darin, daß es sich häufig um eine stumme Krankheit handelt, deren erste Manifestation aber bereits tödlich sein kann. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer leitlinienbasierten Prophylaxe."

Wenn Risikopatienten eine effektive Prophylaxe, etwa mit dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin (Clexane®) erhielten, könnten die meisten Todesfälle vermieden werden. Zu den Risikopatienten zählen außer den frisch Operierten auch durch Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Infektionen immobile Patienten.

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