Thrombose/Schlaganfall

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Ärztliche Allgemeine, 07.11.2005

Reisethrombose und wie man vorbeugt

Wer in die Karibik oder nach Thailand möchte, muß erst einen langen Flug überstehen. Für lange Flüge, aber auch für lange Bus- und Autofahrten ist eine Thrombose-Prophylaxe zu empfehlen. Reisende mit erhöhtem Risiko sollten Kompressionsstrümpfe tragen und sich an Bord viel bewegen. Bei größerer Gefährdung ist die Prävention mit niedermolekularem Heparin möglich.

Enge Sitze und kaum Bewegung: Auf etwa 40 000 Langstreckenflüge kommt eine Thrombose. Foto: dpa

Für gesunde Menschen mittleren Alters ist das Risiko, während eines Langstreckenflugs (ein Flug ab sechs Stunden Dauer) eine Thrombose zu bekommen, aber sehr gering. Nach einer großen Untersuchung des australischen Gesundheitsministeriums kommt eine Thrombose auf etwa 40 000 Langstreckenflüge; nur bei einem von zwei Millionen Flügen stirbt ein Passagier daran (BMJ 327, 2003, 1072). Die Gefahr, in einem Jahr bei einem Autounfall zu sterben, sei etwa 100mal höher, haben die australischen Forscher ebenfalls berechnet.

Patienten aus Risikogruppen haben allerdings ein erhöhtes Risiko. Das sind etwa ältere Menschen, Schwangere, Raucher, Adipöse, Frischoperierte und Frauen, die Hormone nehmen. Besonders gefährdet sind Personen nach Thrombophlebitis, mit Phlebothrombose, postthrombotischem Syndrom, Malignomen und Beinulzera. Auch nach einer Fraktur ist das Risiko erhöht. Ausgeprägte Varizen sind Kontraindikationen für Langstreckenflüge.

Einer Reisethrombose kann gut vorgebeugt werden. Nach einem Konsensuspapier der phlebologischen und angiologischen Fachgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz werden ein paar allgemeine Maßnahmen allen Passagieren ans Herz gelegt. Dazu gehören Bewegungsübungen am Platz, gelegentliches Aufstehen und Umherlaufen sowie viel Trinken. Alkohol sollte aber gemieden werden.

Für Risiko-Personen wird zusätzlich empfohlen, Unterschenkelstrümpfe der Kompressionsklasse 1 zu tragen. Bei vielen Passagieren ist zudem die subkutane Applikation von niedermolekularem Heparin vor der Reise sinnvoll.

Nach dem Konsensus sollten Patienten mit hohem Risiko, also etwa einer zurückliegenden Thromboembolie, einer malignen oder sonstigen schweren Erkrankung, ein niedermolekulares Heparin erhalten - und zwar hochdosiert.

Zwar hat keines der niedermolekularen Heparine derzeit eine spezifische Indikation zur Prophylaxe von Reisethrombosen. Aber nach den Kriterien Hochrisiko und Hochdosis des Konsensus kommen vier niedermolekulare Heparine in Frage: Certoparin, Dalteparin, Enoxaparin und Nadroparin. (eb)

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