Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 05.02.2008

Deutsche Ärzte sind an der Spitze bei der Thromboembolie-Prophylaxe

Sowohl chirurgische als auch internistische Patienten werden gut versorgt

LONDON (gvh). Geht es um Thromboembolie-Prophylaxe, arbeiten Deutsche Ärzte konsequent. Deutschland schneidet sogar besser ab als die USA. Das hat ein Ländervergleich ergeben.

Ein Ländervergleich hat ergeben: Deutschland liegt bei der Anwendung der Thromboembolie-Prophylaxe deutlich vorn.

Mehr als die Hälfte aller Patienten in Krankenhäusern haben ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder Embolie. Forscher aus London berichten, dass der Anteil der Patienten, die entsprechend der Leitlinie des American College of Chest Physicans (ACCP) eine Thromboseprophylaxe erhielten im Ländervergleich stark variiert (Lancet 371, 2008, 397).

Demnach erhalten in Deutschland 70 Prozent der internistischen und sogar 92 Prozent der chirurgischen Patienten entsprechend der ACCP-Leitlinien eine Thromboseprophylaxe. Es werden zum Beispiel Antikoagulantien, ASS oder mechanische Maßnahmen, etwa Kompressionsstrümpfe eingesetzt. Die Ergebnisse:

  • Internistische Patienten: In Deutschland erhielten 70 Prozent der Patienten eine Prophylaxe nach den Leitlinien, in der Schweiz 61 Prozent, in Spanien 64 Prozent und in den USA nur 48 Prozent.
  • Chirurgische Patienten: In deutschen Klinken lag der Anteil bei 92 Prozent, in der Schweiz bei 81 Prozent, in Spanien bei 82 Prozent und in den USA bei 71 Prozent.

Die Gründe für die geringere Anwendung der Thromboembolie-Prophylaxe bei internistischen Patienten hängt mit mehreren Faktoren zusammen, so die Forscher. Zum einen ist der Nutzen einer entsprechenden Prophylaxe bei Chirurgiepatienten schon lange anerkannt, zum anderen ist die Einschätzung des Thromboserisikos bei internistischen Patienten schwieriger.

An der multinationalen Studie ENDDOSE* beteiligten sich 358 Krankenhäuser aus 32 Ländern auf sechs Kontinenten. Kollegen dokumentierten die Daten von Patienten aus internistischen und chirurgischen Stationen. Die Patienten wurden anhand der Leitlinie des American College of Chest Physicans (ACCP) nach Risiken eingeteilt. Es wurde anschließend ermittelt, wie häufig Thromboseprophylaxen angewandt wurden.

ENDDOSE steht für Epidemiologic International Day for the Evaluation of Patients at Risk for Venous Thromboembolism in the Acute Hospital Care Setting

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