Ärzte Zeitung, 28.05.2008

TVT-Ausschluss mit zwei schnellen Tests

Mit dem klinischen Wells-Test und einem D-Dimer-Schnelltest lässt sich eine tiefe Venenthrombose ausschließen

NEU-ISENBURG (ikr). Besteht der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT), lässt sich ein solches Ereignis mit einem klinischen Test plus einem Bluttest rasch ausschließen. Eine weitere TVT-Diagnostik wie die farbcodierte Duplexsonografie ist so vermeidbar.

Wadenschmerz kann eine Venenthombose anzeigen.

Foto: KSR©www.fotolia.de

Mehr als 70 Prozent der Patienten, die wegen eines TVT-Verdachts an Spezialisten überwiesen werden, haben keine Thrombose (UK GP Magazine 4, 2008, 160). Einfacher sei es, wenn Hausärzte zunächst den Wells-Test in Kombination mit einem D-Dimer-Test machen, empfehlen britische Kollegen von der Windrush Clinic in Denham.

Der Wells-Test allein ergebe bei nur zehn Prozent der Patienten mit TVT-Verdacht ein negatives Testergebnis, das heißt eine niedrige klinische Wahrscheinlichkeit für eine TVT. Werde zusätzlich der D-Dimer-Test Clearview® Simplify D-Dimer gemacht, lasse sich bei mindestens 40 Prozent eine TVT ausschließen. Eine weitere Diagnostik erübrigt sich.

Beim Wells-Test werden Faktoren bewertet, die die Wahrscheinlichkeit für eine TVT erhöhen oder verringern. Für eine TVT sprechen etwa ein Malignom, ein eindrückbares Ödem am betroffenen Bein, kürzliche Immobilisation oder Lähmung der Beine oder die Differenz des Unterschenkelumfangs im Vergleich zur Gegenseite von mehr als 3 cm. Pro Faktor gibt es einen Punkt. Für Faktoren, die gegen eine TVT sprechen, gibt es Minuspunkte. Kommen weniger als zwei Punkte zustande, ist die TVT-Wahrscheinlichkeit gering.

D-Dimere sind Fibrinspaltprodukte, die bei der Fibrinolyse entstehen. Bei einer Blutkonzentration von weniger als 500 µg/l gilt eine Thrombose als sehr unwahrscheinlich. Bei dem Schnelltest Clearview ® Simplify D-Dimer des Unternehmens inverness medical ist das Ergebnis in etwa 15 Minuten da.

Bei dem Test, der von der GKV bezahlt wird, wird der monoklonale Antikörper DD-3B6/22 verwendet. Unter Berücksichtigung des Wells-Score bietet der Test eine Sicherheit von nahezu 100 Prozent beim Ausschluss einer TVT.

Mehr Infos zum D-Dimer-Schnelltest gibt es unter: http://www.clearview.com/d-dimer_thrombosis.aspx; Infos zum Wells-Test unter: http://www.radiologie-niederrhein.de/radiologie/fortbildung/leitlinie-thrombose-embolie.htm

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »