Ärzte Zeitung, 16.03.2009

Zwei einfache Tests zum Ausschluss von Thrombosen

D-Dimer-Schnelltest und klinische Faktoren werden bewertet

MAASTRICHT (ikr). Mit einem einfachen Score, bei dem das Ergebnis eines D-Dimer-Tests und klinische Parameter berücksichtigt werden, lässt sich bei Patienten eine Venenthrombose mit nahezu 100prozentiger Sicherheit ausschließen. Weitergehende Untersuchungen können den betreffenden Patienten dann erspart werden.

Sieben klinische Parameter in Kombination mit einem Bluttest ermöglichen den zuverlässigen Ausschluss einer tiefen Venenthrombose.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Martin Prins aus Maastricht hat 1028 Patienten in Allgemeinarztpraxen untersucht, bei denen ein klinischer Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) bestand (Ann Intern Med 150, 2009, 229). Wie hoch bei den Patienten die Wahrscheinlichkeit für eine TVT war, haben die Forscher anhand eines speziellen Scores ermittelt.

Dabei gibt es wie beim Wells-Test Punkte für klinische Faktoren, die für eine TVT sprechen, etwa ein Malignom in den letzten sechs Monaten oder eine Differenz der Wadenumfänge um mehr als 3 cm. Bewertet werden auch Faktoren, die gegen eine TVT sprechen. Der im Wells-Score verwendete Faktor "andere Diagnose eher wahrscheinlich" wurde in dem niederländischen Test durch den objektiveren Faktor "keine Beinverletzung" ersetzt. Die meisten Punkte, und zwar sechs Punkte, werden für einen positiven D-Dimer-Test als Zeichen für eine hohe TVT-Wahrscheinlichkeit vergeben. Verwendet wurde hierzu in der Studie der Schnelltest Clearview® Simplify D-Dimer. Bei 500 Patienten waren in der Summe höchstens drei Punkte zustande gekommen.

Aufgrund der geringen TVT-Wahrscheinlichkeit wurden bei ihnen keine weiteren Untersuchungen in dieser Richtung vorgenommen, und die Patienten erhielten keine Antikoagulation. Innerhalb der Nachbeobachtungsphase von drei Monaten bekamen nur sieben (1,4 Prozent) von ihnen eine TVT. Dagegen wurde bei 125 (25 Prozent) der übrigen Patienten, bei denen aufgrund der hohen TVT-Wahrscheinlichkeit eine Sonografie zur weiteren Abklärung gemacht wurde, tatsächlich eine TVT festgestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »