Ärzte Zeitung, 27.01.2005

VARIKOSE: DIAGNOSTIK UND THERAPIE

Varizen sind kein kosmetisches Problem, sondern eine Krankheit

"Früher sagte man immer: Ach Krampfadern, das ist doch nur ein kosmetisches Problem", sagt Dr. Karin Förster aus München. Inzwischen ist klar, daß Patienten mit Krampfadern eine behandlungsbedürftige Krankheit haben. Was ist heute Goldstandard in der Diagnostik? Und welche Therapie-Optionen gibt es?

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Förster ist praktische Ärztin und außerdem auch Phlebologin und Chirurgin. In ihrem Vortrag erklärt die Kollegin kurz und prägnant, welche Methoden heute zur Diagnostik angewandt werden. "Eine gute Screening-Methode ist der Doppler mit Stiftsonde. So ein Taschengerät haben ja viele Kollegen."

Goldstandard in der Varizen-Diagnostik ist inzwischen die Duplex-Sonographie, am besten farbkodiert. "Die Phlebographie war früher der Goldstandard", sagt Förster. Heute sollte diese invasive Methode eigentlich nur noch bei bestimmten Fragen angewandt werden, die mit der Doppler-Sonographie nicht ausreichend beurteilt werden könnten. Das sind etwa Fragen nach dem Ausmaß von Thrombosen oder bei Krampfader-Rezidiven.

Andere, nicht-invasive Methoden sind zum Beispiel die modernen Lichtreflexions-Rheographie oder die Venenverschluß-Plethysmographie. Wie die funktionieren, erläutert Förster im Vortrag. Auch wenn man solche Untersuchungen nicht selber macht, kann man nach dem Vortrag Patienten über das Für und Wider möglicher Untersuchungsmethoden gut informieren und beraten.

Welche Therapie-Möglichkeiten gibt es? Ein Schwerpunkt des Vortrags ist die Crossektomie, also das Kappen des Venenzusammenflusses in der Leiste, mit stadiengerechtem Varizen-Stripping. Es gibt mit der Tumeszenz-Lokal-Anästhesie ein neues Verfahren, das ähnlich wie das beim Fettabsaugen funktioniert. Förster erläutert die Methode. Alternativen zur Op nennt die Kollegin auch: Lasern, Radiowellen-Sklerosierung, Kryotherapie und Schaumverödung.

Wenn Patienten zur konservativen Behandlung oder zur postoperativen Therapie Kompressionsstrümpfe brauchen, kann man Betroffene trösten: "Die Strümpfe gibt es in allen Farben. Sie sind nicht mehr als Kompressionsstrümpfe erkennbar", betont Förster. Patienten fragen auch oft nach Tabletten oder Salben, besonders nach pflanzlichen Präparaten. In einer Placebo-kontrollierten Studie mit rotem Weinlaub-Extrakt sind unter anderen ödemvorbeugende Effekte belegt worden. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie bei www.qaef-akademie.de unter "Die Vorträge" - "Medizinische Themen" - "Varikose: Diagnostik und Therapie".

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