Ärzte Zeitung, 05.11.2008

Schonende Op-Methoden bei Rhinosinusitis

Moderne Verfahren: Biostatische Siebbeinchirurgie und Ballondilatation / Postoperative Sekretolyse ist wichtig

HAMBURG (stü). Mehr als sechs Millionen Mal jährlich wird hierzulande die Diagnose Rhinosinusitis gestellt. Bei chronischen Verlaufsformen kann eine Operation notwendig werden. In den vergangenen Jahren wurden schonendere Op-Techniken entwickelt. Zur postoperativen Regeneration eignen sich topische Kortikoide und das Sekretolytikum Myrtol standardisiert.

Schonende Op-Methoden bei Rhinosinusitis

Schmerzen am Sinus unter den Augen weisen auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hin.

Foto: aceshot©www.fotolia.de

Bei der Rhinosinusitis sind bekanntlich eine oder mehrere Nasennebenhöhlen entzündet. Die Erkrankung kann sich aus einer Rhinitis entwickeln, wenn der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen behindert wird. Bestehen die Symptome länger als drei Monate oder erkrankt jemand mehr als viermal im Jahr, kann manchmal nur noch ein operativer Eingriff helfen.

Mit endoskopischen Verfahren können mögliche Nasenpolypen und auch das Siebbeinzellsystem saniert werden. "Allerdings können nach herkömmlichen Operationen negative Schrumpfungsphänomene der Nasengänge auftreten," berichtete Professor Hans Behrbohm aus Berlin.

Deshalb wurde die sogenannte "Biostatische Siebbeinchirurgie" entwickelt. Mit dieser speziellen Methode werden stützende Zellen des fragilen Siebbeinzellsystems geschont. So können die gefürchteten Verengungen der Nasengänge vermieden werden.

Ein weiteres modernes Verfahren ist die Ballondilatation der Nasennebenhöhlen. Bei diesem Verfahren werden mit dosiertem Druck die verschlossenen Ausführungsgänge des Nasennebenhöhlensystems wieder aufgedehnt.

Gleichzeitig können intakte Schleimhautbereiche und knöcherne Strukturen so verschoben werden, dass die Belüftung wieder hergestellt wird und das Sekret wieder abfließen kann.

Myrtol fördert die Erholung der Schleimhaut nach der Op.

"Allerdings wird dieses Verfahren erst seit drei Jahren angewandt, sodass dessen zukünftige Bedeutung noch unklar ist", räumte Behrbohm bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pohl-Boskamp in Hamburg ein. Denn letztlich können auch hier - wie bei der kardiologischen Ballondilatation - Restenosen auftreten.

Zur postoperativen Regeneration der Schleimhaut eigneten sich topische Steroide sowie das Sekretolytikum Myrtol standardisiert (GeloMyrtol® forte), so Behrbohm. Letzteres fördere die Produktion normalen Sekrets und die Lösung dicken Schleimes. Außerdem wirke es antientzündlich und antibakteriell. Das Arzneimittel ist ansonsten bei akuter und chronischer Bronchitis und Sinusitis indiziert.

Lesen Sie auch:
HNO-Arzt rät zu Myrtol als Standard bei Sinusitis

Antibiotika bei Sinusitis und Bronchitis: kurz behandeln und oft Substanzen wechseln!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »