Ärzte Zeitung, 20.05.2010

Was bringt die Chirurgie der Nasennebenhöhle?

BERLIN (gvg). Operationen bei Patienten mit chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen haben in der Bevölkerung und auch in Teilen des medizinischen Establishments einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, meint Dr. Frank Waldfahrer von der HNO-Klinik der Universität Erlangen. Er stellte die Resultate einer Befragung vor, an der sich 1459 Patienten beteiligten, bei denen fünf Jahre vor der Befragung ein operativer Eingriff an den Nasennebenhöhlen erfolgt war. 

Es zeigte sich, dass der Eingriff im Mittel zu einer signifikanten Verbesserung der nasenspezifischen Lebensqualität führte, gemessen mit dem SNOT-22-Score, der eine Skala von 0 bis 50 umfasst. Von über 40 Punkten vor dem Eingriff fiel der Score unmittelbar nach der Operation im Mittel auf Werte um 25 bis 30. "Über fünf Jahren blieb das auch relativ konstant", so Waldfahrer. 

Allerdings: Von 3000 angeschriebenen Patienten hatte nur die Hälfte geantwortet. Als die Ergebnisse detaillierter ausgewertet wurden, zeigte sich, dass Patienten mit Polyposis nasi sehr viel stärker profitiert hatten als solche mit nicht-polypöser chronischer Sinusitis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »