Ärzte Zeitung, 23.09.2010

Patienten für Therapiestudie zu Morbus Menière gesucht

In einer multizentrischen Studie werden unterschiedliche Dosierungen von Betahistin geprüft.

MÜNCHEN (eb). Bisher gibt es für die Therapie bei M. Menière keine nach "state-of-the-art"-Prinzipien durchgeführten Studien, teilt die LMU München mit. Frühere Studien hätten ergeben, dass eine höhere Dosierung von Betahistin besser wirkt als eine niedrigere. In einer multizentrischen, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Dosisfindungsstudie soll jetzt besonders eine höhere Betahistin-Dosierung (3 x 48 mg pro Tag) geprüft werden, die noch nicht zur M. Menière-Therapie zugelassen ist.

Behandelt wird neun Monate lang, dann folgt ein Follow-up von drei Monaten. Ziele dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Studie seien die Reduktion von Schwindelattacken und Tinnitus sowie die Verbesserung der Hör- und Gleichgewichtsfunktion. Studienzentren gibt es in Aachen, Berlin, Erlangen-Nürnberg, Essen, München, Regensburg und Tübingen. In die Studie aufgenommen werden Patienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren mit definitivem Morbus Menière:

  • zwei oder mehr Drehschwindelattacken von mindestens 20 Minuten Dauer
  • Tinnitus oder Völlegefühl im betroffenen Ohr
  • Ausschluss anderer Ursachen
  • audiometrisch dokumentierter Hörverlust
  • mindestens zwei Menière-Attacken pro Monat für mindestens drei aufeinander folgende Monate.
  • Ausschlusskriterien sind unter anderem andere Erkrankungen des vestibulären Systems, Kontraindikationen für Betahistin, Schwangerschaft oder Stillzeit, schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz, Magen- oder Dünndarmulzera, Tumoren, schwere KHK sowie die Therapie mit anderen Antihistaminika.

    Für Kollegen/-innen und interessierte Patienten gibt es Infos bei: Prof. Michael Strupp, Klinikum der Uni München, Campus Großhadern, Neurologische Klinik und IFB Schwindel, Tel.: 089 / 7095 - 6678 oder 6680, Fax: 089 / 7095 - 6673, EMail: Michael.Strupp@med.uni-muenchen.de

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Überschrift

    Text
    Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

    Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

    Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

    Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

    Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

    Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

    Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »