Hustensaft verbessert Therapie bei Hörsturz

Steroide nach einem Hörsturz: Forschern aus Florida zufolge ist das nicht die optimale Therapie, denn es fehlt noch etwas: Hustensaft.

Veröffentlicht:
Saft gegen den Hörsturz.

Saft gegen den Hörsturz.

© aj / shutterstock.com

MIAMI (mut). Ärzte aus Miami in den USA haben Hinweise darauf gefunden, dass der Schleimlöser L-N-Acetylcystein auch beim Hörsturz von Nutzen ist (Acta Oto-Laryngologica 2012; online 21. Januar).

Die Ärzte verglichen in einer Analyse retrospektiv den Therapieerfolg bei 56 Patienten mit Hörsturz. Alle Patienten hatten einen Hörverlust von mindestens 30 dB in drei wichtigen Frequenzbereichen, alle wurden mit Dexamethason intratympanal sowie oral mit Prednison behandelt.

27 der Patienten erhielten zusätzlich dreimal täglich 1200 mg ACC für zwei Wochen. Bei der Analyse nach sechs Monaten schnitten die Patienten mit der ACC-Kombitherapie deutlich besser ab als diejenigen mit alleiniger Steroidbehandlung.

Das Hörvermögen hatte sich bei ihnen im Schnitt um 26 dB verbessert, 15 dB waren es mit konventioneller Behandlung. Eine Erholung des Hörvermögens um die Hälfte erreichten mit der ACC-Kombination allerdings mit 63 zu 35 Prozent fast doppelt so viele wie ohne ACC.

Schäden durch freie Radikale?

Ein Manko der Analyse ist allerdings, dass die Daten nur retrospektiv erhoben wurden und die Patientengruppen sehr unterschiedlich waren: In der ACC-Gruppe überwogen Patienten mit mildem und moderatem Hörverlust (25 bis 70 dB), dagegen hatten in der Gruppe mit alleiniger Steroidtherapie die meisten Patienten einen ausgeprägten bis sehr starken Hörverlust (über 70 dB).

Es dürften folglich größere randomisierte Studien nötig sein, um einen Vorteil der ACC-Kombination zu belegen.

Die Ärzte testeten ACC, weil die Thiol-Gruppe der Substanz als guter Radikalfänger gilt und zusätzlich die Glutathionsynthese stimuliert. Glutathion wiederum ist eines der wichtigsten zellulären Antioxidanzien.

Einer Hypothese zufolge lassen sich die Schäden nach einem Hörsturz auch auf übermäßige Produktion freier Radikale zurückführen.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

„Unser ältester Patient ist 86!“

Erwachsen mit Mukoviszidose: Versorgung muss sich anpassen

Heimkehrer

Dr. Petrakis’ Weg von Kreta an die Saar – und wieder zurück

Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist