Dienstag, 30. September 2014
Ärzte Zeitung, 23.10.2012

Stimmbänder

Polypen wegspritzen statt operieren?

Kortisonspritzen und Stimmtherapie: Bei gutartigen Veränderungen an den Stimmbändern können sie deutliche Verbesserungen bringen - und eine Op vermeiden.

Stimmbandpolypen wegspritzen statt operieren?

Stimmbänder: Kortison kann bei gutartigen Veränderungen helfen.

© Springer Verlag

TAIPEH (EO). Bei benignen Veränderungen an den Stimmlippen wie Narben, Polypen oder einem Reinke-Ödem führt eine Kortisonspritze direkt in die Läsion hinein in vielen Fällen zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Das zeigt eine Metaanalyse.

Kleinere Läsionen an den Stimmbändern lassen sich durch eine Stimmtherapie oft erfolgreich behandeln. Handelt es sich jedoch um ausgeprägtere Veränderungen, etwa Polypen oder ein Reinke-Ödem, stößt diese Therapie allein schnell an ihre Grenzen.

Taiwanesische Fachärzte um Dr. Chi-Te Wang vom Far Eastern Memorial Hospital in Taipeh sehen vor allem bei operationsunwilligen Patienten eine mögliche Indikation für eine intraläsionale Kortisontherapie.

In ihrer Metaanalyse auf der Grundlage von sechs Studien mit Steroidinjektionen als primärer Therapie waren die Veränderungen bei 89 bis 100 Prozent der Patienten nach drei bis vier Wochen entweder komplett verschwunden oder deutlich zurückgegangen (Laryngoscope 2012, online 10. September).

Signifikante Verbesserungen ergaben sich insbesondere für den Voice Handicap Index (VHI), in dem der Patient auf der Grundlage von 30 Fragen seine eigene Stimmqualität einschätzt, und für die maximale Phonationsdauer (MPT) als Kriterium für die Glottisfunktion: Der VHI-Wert nahm in der gepoolten Analyse um 27,6 Punkte ab (der Höchstwert bei maximal erfassbarer Behinderung liegt bei 120 Punkten).

Die Dauer, über die ein Ton maximal gehalten werden kann, stieg um 1,82 Sekunden. Als mittlere Werte gelten hier für Frauen 17, für Männer 25 Sekunden. In drei Studien zeigte sich zudem eine eindeutige Verbesserung auf der GRBAS-Skala.

Die hier untersuchten Kriterien sind Grad der Störung, Rauigkeit, Behauchtheit, Asthenie und Spannung, jeweils angegeben als ein Wert zwischen 0 (nicht vorhanden) und 3 (hochgradig).

An Steroiden kam in den berücksichtigten Studien am häufigsten Triamcinolonacetat zum Einsatz, in einer Studie auch Methylprednisolon. Die Empfehlungen zur Dauer der Stimmruhe variierten zwischen einem und sieben Tagen nach der Injektion.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Arzthonorar: In den KVen geht es um bis zu 120 Millionen Euro

Im Herbst verlagern sich die Honorarverhandlungen der Kassenärzte auf die Ebene der KVen. Wie viel Geld es gibt, hängt auch von den verschlüsselten Diagnosen ab. mehr »

Kampf gegen Unterversorgung: Gröhe kündigt Zuschläge für Hausärzte an

Der Sachverständigenrat hat seine Vorschläge konkretisiert, wie die Unterversorgung in ländlichen Regionen bekämpft werden kann. Minister Gröhe zeigt sich von vielen Ideen begeistert - und kündigt Vergütungszuschläge für Hausärzte an. mehr »

Bahr: Ex-Gesundheitsminister heuert bei PKV an

16:24 Der ehemalige Gesundheits­minister Daniel Bahr arbeitet künftig für einen privaten Krankenversicherer - und wechselt also in die Branche, für die er einst zuständig war. Dieser Schritt ruft unterschiedliche Reaktionen bei Ärzten, Gesundheitspolitikern und Ärztevertretern hervor. mehr »