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HNO-Op

Plättchenhemmer absetzen?

Wie bei HNO-chirurgischen Eingriffen mit plättchenhemmenden Substanzen wie ASS oder Clopidogrel verfahren werden soll, wurde jetzt in einer Studie untersucht.

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Rachenuntersuchung: Vor der Op setzen die meisten Kollegen ASS und Co ab.

Rachenuntersuchung: Vor der Op setzen die meisten Kollegen ASS und Co ab.

© RB-Pictures / fotolia.com

Von Robert Bublak

SHERBROOKE. Viele Patienten, die sich HNO-chirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, nehmen regelmäßig plättchenhemmende Substanzen wie ASS oder Clopidogrel ein.

Wie vor elektiven Eingriffen am besten mit ihnen umzugehen ist, hat ein Team kanadischer und britischer Spezialisten untersucht (J Laryngol Otol 2012; 126: 889-892).

Das Operationsgebiet von HNO-Chirurgen ist üppig mit Gefäßen versorgt. Nicht selten ist daher die Angst groß, es könne während des Eingriffs übermäßig viel Blut fließen, wenn die Patienten Plättchenhemmer einnehmen müssen.

Andererseits kann das Absetzen der Thrombozytenaggregationshemmer schwere Komplikationen nach sich ziehen. Besonders gilt diese Gefahr für Patienten mit intrakoronaren Stents.

Die Wissenschaftler um Julian Savage von der University of Sherbrooke im kanadischen Québec schickten deshalb 303 Mitgliedern der "British Association of Otolaryngologists Head and Neck Surgeons" einen Fragenbogen zu, in dem sie wissen wollten, wie die Experten mit dem Problem umgehen.

Gut 70 Prozent gaben an, vor Eingriffen an der Nase, an Kopf und Hals sowie vor Tonsillektomien oder Adenoidektomien die medikamentöse Plättchenhemmung abzusetzen. Für andere Operationen des HNO-Gebiets lagen die Raten deutlich niedriger.

Andererseits hatten bereits knapp 3 Prozent der Befragten nach dem Stopp der Medikation Komplikationen, die meisten davon zerebrovaskulärer Natur. Umgekehrt berichteten 43 Prozent von Blutungskomplikationen, wenn die Plättchenhemmergabe beibehalten worden war.

Das American College of Chest Physicians hat indessen bereits im Jahre 2008 Ratschläge herausgegeben, wie Patienten unter einer thrombozytenhemmenden Medikation vor elektiven Eingriffen abhängig von ihrem jeweiligen kardialen Risikoprofil zu behandeln seien:

  • Patienten mit niedrigem Risiko für kardiale Zwischenfälle (mediziert für die Primärprävention von Herzinfarkt und Schlaganfall): Absetzen von ASS und Clopidogrel sieben bis zehn Tage vor dem Eingriff, Wiederaufnahme der Medikation 24 Stunden nach der Operation.
  • Patienten mit hohem Risiko (duale Plättchenhemmertherapie nach drei bis sechs Monate zurückliegender Platzierung eines Stents; oder Myokardinfarkt binnen der vergangenen drei Monate): Meiden elektiver Eingriffe; sind diese unbedingt nötig, ASS beibehalten, Clopidogrel fünf bis zehn Tage vorher absetzen, 24 Stunden nach der Operation wieder ansetzen. Ein Kardiologisches Konsil ist erforderlich!
  • Intrakoronarer Stent: Möglichst keine elektiven Eingriffe bis zum Abschluss der dualen Therapie; weder ASS noch Clopidogrel bis zu sechs Wochen nach Einsatz eines Metallstents bzw. zwölf Monate nach Einsetzen eines medikamentenbeschichteten Stents absetzen. Keine Überbrückung mit Heparin. Kardiologen konsultieren!
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