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Frühes Warnsignal

Erst Hörsturz, dann Herzinfarkt

Ein akuter idiopathischer Hörverlust bei älteren Menschen kann ein Warnsignal sein: Die Patienten haben offenbar ein erhöhtes Risiko, in den nächsten Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden.

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Hörsturz im Alter: Bei den Betroffenen sollte man auch die Herzgesundheit im Blick haben.

Hörsturz im Alter: Bei den Betroffenen sollte man auch die Herzgesundheit im Blick haben.

© Fickinger / mm images / imago

BERKELEY. Diverse Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung werden auch mit einem erhöhten Risiko für einen Hörsturz in Zusammenhang gebracht.

Mikrovaskuläre Schäden zum Beispiel spielen bei der Entstehung von Hörstürzen eine wichtige Rolle. Außerdem scheinen Raucher und Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen in der Anamnese verstärkt hörsturzgefährdet zu sein.

Möglicherweise weisen also akuter idiopathischer Hörverlust und Herzinfarkt gemeinsame Pathomechanismen auf. Dafür spricht auch eine aktuelle Studie, in der die Daten von 44.830 taiwanesischen Krankenversicherten mit neu diagnostiziertem Hörsturz ausgewertet wurden (Laryngoscope 2013, online 8. Juli).

In den drei bis neun Jahren nach dem Ereignis erlitten sie signifikant häufiger einen Herzinfarkt als gleichaltrige Kontrollpersonen: Pro 1000 Personenjahren ereigneten sich 19,27 im Vergleich zu 13,87 Herzinfarkten.

Unter Berücksichtigung von Komorbiditäten und anderen Einflussfaktoren hatten die Hörsturzpatienten damit ein um 25 Prozent höheres Infarktrisiko (adjustierte Hazard Ratio 1,254; p , 0,05).

Besonders deutlich war die Assoziation zwischen Hörsturz und Herzinfarkt bei älteren Patienten: In der Altersgruppe von 50-64 lag die Infarktinzidenz um 62 Prozent und in der Gruppe über 64 um 28 Prozent höher als bei den Vergleichspersonen gleichen Alters (p = 0,0064 bzw. 0,0001).

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ein akuter idiopathischer Hörverlust ein früher Indikator für einen drohenden Herzinfarkt sein kann", schließen die Studienautoren um Charlene Lin von Universität in Berkeley.

Dieses Wissen sollte Ärzte veranlassen, nach einem Hörsturz den kardialen Risiken mehr Beachtung zu schenken. Bei der Prävention solle aber berücksichtigt werden, dass 60 Prozent der Herzinfarkte später als ein Jahr nach dem Hörsturz auftraten. (BS)

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