Direkt zum Inhaltsbereich

Stimmbandknötchen

Je größer, desto besser die Therapie

Bei Kindern sprechen größere Stimmbandknötchen offenbar eher auf eine Therapie an als kleinere. Am größten ist der Erfolg der Behandlung bei postpubertären Patienten.

Veröffentlicht:

WILMINGTON. Wie gut sich bei Kindern und Heranwachsenden benigne Knötchen an den Stimmbandrändern durch unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zurückbilden, ist bisher kaum untersucht worden.

US-Kinderärzte um Dr. Heather C. Nardone von der Kinderklinik in Wilmington haben sich deshalb die Befunde von 67 Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zwischen drei und 21 Jahren in diesem Zusammenhang retrospektiv angeschaut. Die Knötchen ragten weniger als 0,5, zwischen 0,5 und 1,0 oder mehr als 1,0 Millimeter über den Stimmbandrand hinaus.

Bei 19 Patienten wurde nur beobachtet oder es wurden verhaltenstherapeutische Maßnahmen empfohlen. 45 Patienten erhielten eine Stimmtherapie mit oder ohne Maßnahmen gegen Begleiterkrankungen wie allergische Rhinitis oder gastroösophagealer Reflux. Nur drei Patienten wurden operiert. Die Nachbeobachtungszeit lag zwischen einem Monat und neun Jahren, 11 Monaten (JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2014; online 16. Januar).

Je größer die Knötchen waren, umso besser sprachen die Patienten auf die Therapie an. Das galt im Wesentlichen für Patienten mit Knötchen, die größer als 1 mm waren. Dabei bildeten sie sich vor allem durch die Stimmtherapie - und natürlich durch den chirurgischen Eingriff - zurück.

Aufgrund der Befunde schätzen die Ärzte, dass es mit dieser Behandlung im Mittel etwa drei Jahre dauert, bis sich die Knötchen um eine der drei Stufen verkleinern. Nur minimale Veränderungen erwarten sie dagegen bei jenen Patienten, die nur beobachtet werden oder nur eine Anleitung zur Stimmhygiene bekommen.

Nardone und ihre Kollegen haben schließlich untersucht, ob es Unterschiede im Therapieerfolg je nach Alter der Patienten gab. Tatsächlich war die Therapie bei den Jugendlichen, die älter als 13 Jahre waren, erfolgreicher als bei den jüngeren Patienten. Allerdings waren in dieser Gruppe nur sieben Studienteilnehmer.

Aufgrund der Befunde schätzen die Ärzte, dass die Therapie über etwa eineinhalb Jahre erfolgen muss, um die Knötchen um eine Stufe zu verkleinern. Bei Kindern unter 13 Jahren seien dagegen kaum Verbesserungen zu erwarten.

Dass die Älteren dabei offenbar besser abschneiden, könnte nach Ansicht von Nardone und ihren Kollegen an den hormonellen Veränderungen nach der Pubertät liegen. Eine andere Erklärung könne eine bessere Therapieadhärenz als bei den jüngeren Patienten sein.

Auch die Vergrößerung der Stimmlippen während der Entwicklung und dadurch eine veränderte Lage der Stimmbandränder zueinander könnten dazu beitragen, dass bereits vorhandene Knötchen nicht weiter durch Scherkräfte belastet würden und sich so im Laufe der Zeit zurückbildeten. (ple)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Ob allergisch oder nicht

Rhinitis ist signifikant mit Migräne verbunden

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Podcast Dr. Lars Reichstein

© Porträt: Dr. Lars Reichstein, Hamburg | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Abb. 1: Prozentualer Anteil der Patientinnen und Patienten pro Gruppe mit den genannten Symptomen zum Zeitpunkt der Visite 1 (Erstvorstellung) und Visite 2 (24–72h nach Erstvorstellung).

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [13]

Akute Otitis media – Behandlungsoptionen in der Praxis

Leitlinienbasierte Therapie für schnelle Symptomverbesserung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Homöopathisches Laboratorium Alexander Pflüger GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann

Lesetipps
Mehrere Menschen im Gespräch

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Wohlbefinden stärken

Wie sich psychische Erkrankungen im Praxisteam vorbeugen lassen

Frau mit Restless-Legs-Syndrom liegt im Bett und wackelt mit den Beinen.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose