Ärzte Zeitung, 01.10.2009

Kommentar

Jod - getrübte Freude

Von Angela Speth

Ob man ein Glas als halbvoll oder halbleer bezeichnet, hängt davon ab, ob man durch die Brille des Optimisten oder Pessimisten guckt. Bei der Jodversorgung in Deutschland haben sich Rostocker Forscher die optimistische Sehweise zu eigen gemacht: Jodidurie im WHO-Zielbereich, betiteln sie ihre Studie. Doch haben ihre Messungen auch ergeben, dass über ein Drittel der Erwachsenen unterversorgt ist. Und nach einer Survey von 2006 haben 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen mäßigen, sieben Prozent einen schweren Jodmangel.

Gerade in dieser Lebensphase aber ist Jod essenziell, nicht nur zur Verbeugung einer Jodmangelstruma, sondern auch für die Gehirnreifung. Die Sorgenkinder der Endokrinologen sind Jugendliche, die viel Fertigprodukte essen: Nur ein Drittel der Hersteller in der Lebensmittelindustrie nutzt Jodsalz. Die Bemühungen ums Jod in Ehren - die Hände in den Schoß zu legen wäre verfrüht.

Lesen Sie dazu auch:
Sind die Zeiten des Jodmangels vorbei?

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