Ärzte Zeitung, 29.03.2010

Pille langfristig ohne Risiko

Frauen bis zu 39 Jahre nachbeobachtet / Zwölf Prozent weniger Todesfälle

ABERDEEN (ikr). Bei Frauen über 45 Jahren, die in jungen Jahren die Pille genommen haben, ist die Sterberate nicht höher als bei Frauen ohne Hormoneinnahme.

Das hat eine große Kohortenstudie mit mehr als 46 000 zu Beginn jungen Frauen ergeben (BMJ 340, 1010, c927). Sie wurden bis zu 39 Jahre lang nachbeobachtet. So kamen knapp 820 000 Frauenjahre mit und 378 000 Jahre ohne Pilleneinnahme zustande. Von den Frauen, die die Pille genommen hatten, starben ingesamt 2864 und von denen ohne orale Kontrazeption 1747. Das bedeutet: Bei Pilleneinnahme war die Sterberate langfristig nicht erhöht, sondern im Gegenteil signifikant um zwölf Prozent verringert.

Somit können nun vor allem Frauen beruhigt werden, die ältere Präparate mit mindestens 50 μg Ethinylestradiol einnahmen. Denn 87 Prozent der Studienteilnehmerinnen hatten solche Präparate verwendet. Aber: Bei Frauen unter 45 Jahren, bei denen die Pilleneinnahme erst fünf bis neun Jahre zurücklag, war die Sterberate nahezu verdoppelt. Das liegt nach Angaben der Autoren daran, dass das erhöhte Risiko für Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen mit aktueller oder erst kurze Zeit zurückliegender Pilleneinnahme bis zu zehn Jahre anhielt. In den ersten Jahren wurde dies durch das bei Pillenanwenderinnen verringerte Risiko für andere Todesursachen verdeckt. Zehn Jahre nach Absetzen der Pille war die Sterberate nicht mehr erhöht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »