Ärzte Zeitung, 10.10.2011

Vitamin-D-Mangel bei Schwangeren weit verbreitet

GIEßEN (eb). Einen deutlichen Vitamin-D-Mangel bei Schwangeren und Neugeborenen haben Forscher der Uni Gießen festgestellt.

Die Wissenschaftler um Professor Clemens Kunz vom Institut für Ernährungswissenschaften und Dr. Peter Gilbert vom St.-Josef-Krankenhaus haben Blutproben von 84 Schwangeren zum Zeitpunkt der Entbindung und aus der Nabelschnur der Kinder genommen.

In den Proben bestimmten sie die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin-D (25-OH-D), der Speicherform von Vitamin D.

Neun von zehn Frauen hatten danach den Vitamin-D-Mangel

Das Ergebnis: 90 Prozent der Frauen und 88 Prozent der Säuglinge hatten danach einen Vitamin-D-Mangel, teilt die Uni mit.

Nur zwei der 84 Frauen und drei der Neugeborenen hätten 25-OH-D-Konzentrationen gehabt, die mit mehr als 50 nmol/L über den Empfehlungen vom US-Institute of Medicine von 2011 liegen.

Nach Studiendaten ist bei Schwangeren mit niedrigen 25-OH-D-Werten die Frühgeburtsrate erhöht. Nach der Geburt ist bei betroffenen Säuglingen die Inzidenz von unteren Atemwegsinfektionen und Rachitis erhöht, die Knochenmineralisation nimmt ab.

Forscher: Höhrere Vitamin-D-Zufuhr für Schwangere erforderlich

Dies ist die erste Studie in Deutschland, die die tatsächliche Vitamin-D-Versorgung der Gruppe anhand von Blutuntersuchungen überprüft, so Kunz und Gilbert.

Sie schließen aus den Ergebnissen, dass eine wesentlich höhere Vitamin-D-Zufuhr für Schwangere erforderlich ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »