Ärzte Zeitung, 23.05.2012

Op an den Eierstöcken durch den Magen

MANNHEIM (eb). Gynäkologische Operationen an den Eierstöcken und Eileitern sind Routineverfahren, doch haben Ärzte der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) nun erstmals einen solchen Eingriff über einen Zugang durch den Magen führend vorgenommen.

Die von Gynäkologen und Chirurgen gemeinsam durchgeführte Operation hatte zum Ziel, bei einer 42-jährigen, genetisch vorbelasteten Patientin aus Gründen der Tumorvorsorge die Eierstöcke zu entfernen, teilt die UMM mit.

"Der Vorteil solch einer Operationsmethode besteht darin, dass weder ein großer Bauchschnitt noch kleine Inzisionen an der Bauchhaut notwendig sind. Es bleiben also keinerlei sichtbare Narben zurück," wird Professor Dr. Georg Kähler, Leiter der Zentralen Interdisziplinären Endoskopie, in der Mitteilung zitiert.

Die Patientin hatte zudem eine Hauterkrankung

An der UMM setzt Kähler darauf, bei operativen Eingriffen natürliche Körperöffnungen zu nutzen - mittlerweile hat er mehrere entzündete Blinddärme entfernt, indem er mit Endoskopen anstatt durch die Bauchdecke über Speiseröhre und Magen in den Bauchraum vorgedrungen ist.

Im Fall der erwähnten Patientin, die nach dem Eingriff wieder wohlauf ist, war es nicht unbedeutend, einen ungewöhnlichen Zugangsweg zu den Eierstöcken zu suchen.

Der UMM-Gynäkologe und Oberarzt Dr. Amadeus Hornemann: "Neben einer erblich bedingten hohen Wahrscheinlichkeit, an den Eierstöcken einen bösartigen Tumor zu entwickeln, leidet sie an einer Hauterkrankung, die nahe legt, die Haut nicht durch einen operativen Schnitt zu verletzen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »