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Studie mit Schwangeren

Thyroxin-Mangel ist mit Autismus assoziiert

Kinder von Frauen, die während der Frühschwangerschaft einen deutlich zu niedrigen Thyroxinspiegel aufgewiesen haben, tragen offenbar ein höheres Autismus-Risiko.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Menschen mit Autismus leben von Geburt an in einem Zustand der inneren Zurückgezogenheit.

Menschen mit Autismus leben von Geburt an in einem Zustand der inneren Zurückgezogenheit.

© Vlad / fotolia.com

NEW YORK. Wenn es Schwangeren im ersten bis zweiten Trimenon deutlich an Thyroxin mangelt, ist die Gefahr erhöht, dass ihre Kinder mit einer autistischen Verhaltensstörung geboren werden.

Das hat eine Gruppe niederländischer und US-amerikanischer Neurologen herausgefunden (Ann Neurol 2013; online 13. August).

Für ihre Untersuchung im Zuge der Rotterdamer Generation-R-Studie hatten die Wissenschaftler um Gustavo Román vom Weill Cornell College of Medicine in New York die Schilddrüsenfunktion von mehr als 5000 werdenden Müttern getestet, und zwar zwischen der 6. und 18. Schwangerschaftswoche.

Nach sechs Jahren wurden die Eltern befragt

Hypothyroxinämie war definiert als eine fT4-Konzentration ‹10,99 pmol/l (Normbereich für nicht Schwangere: 11-25 pmol/l) bzw. unterhalb der 5. Perzentile, wobei die Werte für Thyreotropin (TSH) im Normbereich liegen mussten.

Sechs Jahre später wurden die Eltern mithilfe speziell konzipierter Fragebögen danach gefragt, ob ihre Kinder Autismus-typische emotionale und Verhaltenssymptome zeigten. Bei rund 2% der Kinder war dies der Fall.

Es stellte sich heraus, dass eine schwere Hypothyroxinämie der Mutter während der frühen Schwangerschaft das Risiko für späteres autistisches Verhalten der Kinder nahezu vervierfachte (Odds Ratio 3,89; p unter 0,001).

Es spielte dabei keine Rolle, ob Thyreoperoxidase-Antikörper vorhanden waren, wie sie für die Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow typisch sind.

Román und seine Kollegen betonen, dass ihre Resultate im Einklang mit den epidemiologischen, biologischen und experimentellen Erkenntnissen zum Autismus stünden.

Die Ergebnisse könnten eine Prävention wäre rechtfertigen

Zwar lasse sich durch die gefundene Assoziation kein Ursache-Wirkungs-Verhältnis zwischen der Hypothyroxinämie der Mutter und dem Autismus des Kindes sichern. Die Ergebnisse eröffneten aber durchaus die Möglichkeit, präventiv tätig zu werden.

Schon 2007 hatte Román bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen den neuropathologischen Befunden bei Autismus und den Hirnveränderungen beschrieben, die nach Hypothyroxinämie in der Schwangerschaft auftreten.

Der Mangel an Thyroxin kann womöglich Prozesse unterbrechen, die mit der Neuronenmigration in Gehirn und Kleinhirn des Fetus einhergehen.

Der Neokortex bildet sich zwischen der 6. und 24. Schwangerschaftswoche, die fetale Sekretion von Schilddrüsenhormonen setzt aber erst zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche ein.

Bekannt ist außerdem, dass eine manifeste Hypothyreose der Schwangeren die kognitive Entwicklung des Kindes beeinflusst.

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