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Zu viele Süßgetränke

Mädchen bekommen früher erste Regelblutung

Veröffentlicht:

BOSTON. Einer Studie zufolge trat die Menarche bei Mädchen, die viele Süßgetränke wie nicht kohlensäurehaltige Säfte, Eistees oder Softdrinks konsumierten, früher ein (Hum Reprod 2015, online 27. Januar).

Tranken Probandinnen mehr als 1,5 Portionen dieser Getränke täglich (1 Portion = 1 Glas, Becher oder Dose), hatten sie eine um 24 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre erste Regelblutung im nächsten Monat einsetzen wird, als jene, die weniger als zwei Portionen wöchentlich tranken.

Schätzungsweise trat die Menarche bei den starkem "Süßgetränke-Konsum" 2,7 Monate früher ein. Insgesamt 5583 Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren nahmen an dieser Kohorten Studie teil.

Zu Studienbeginn befanden sich alle Mädchen im Stadium der Prämenarche. Bei 94 Prozent trat die Menarche während des Beobachtungszeitraumes von fünf Jahren ein.

Ein häufiger Konsum von Süßgetränken sei also möglicherweise mit einem früheren Menarche-Alter assoziiert, schlussfolgern die Studienautoren um Jenny Carwile von der Harvard School of Public Health in Boston.

Höheres Brustkrebsrisiko

Und ein früherer Eintritt der ersten Regelblutung kann für die Mädchen durchaus Nachteile nach sich ziehen. So würde sich durch ein frühes Menache-Alter das Brustkrebsrisiko erhöhen, geben die Wissenschaftler zu bedenken.

Der beobachtete Zusammenhang fand sich nur für zuckerhaltige Getränke; Diät-Limonaden oder Fruchtsäfte ohne Zuckerzusätze schienen in dieser Untersuchung das Menarche-Alter nicht zu beeinflussen.

Die Autoren vermuten, dass der rasche Insulinanstieg dieser Assoziation zugrunde liegt. Denn durch Insulin wird das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) und das Insulin-like Growth factor Binding Protein1 (IBP-1) herunterreguliert.

Hohe Insulinlevel führen somit zu steigenden Konzentrationen frei verfügbarer Sexualhormone, die wiederum mit einem frühen Menarche-Alter assoziiert sind. Die Menarche tritt Untersuchungen zufolge allerdings auch bei Mädchen mit einem hohen BMI früher ein.

Die Assoziation zwischen einem Konsum von Süßgetränken und einem frühen Menarche-Alter könnte auch durch den dadurch bedingten Gewichtsanstieg der Konsumentinnen zustande kommen.

Der gefundene Zusammenhang bestehe allerdings selbst nach Adjustierung auf den BMI, schreiben die Autoren. Deshalb kann es ihrer Ansicht nach nicht allein am höheren BMI gelegen haben.

Natürlich hat diese Studie wie andere Ernährungsstudien auch ihre Limitationen. Beispielsweise könnte es sein, dass Mädchen, die viele Süßgetränke konsumieren, sich einfach generell anders ernähren.

Alles in allem kristallisiert sich jedoch heraus, dass ein übermäßiger Konsum von Süßgetränken — gerade was die Prävention von Übergewicht betrifft — bedenklich ist. (vsc)

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