Ärzte Zeitung, 07.09.2004

KOMMENTAR

Rückenwind für den Hormonersatz

Von Ingrid Kreutz

Die Hormonersatztherapie (HRT) bei Frauen in der Postmenopause ist in den vergangenen Jahren aufgrund enttäuschender Studiendaten stark in die Kritik geraten. Vor allem die in diese Therapie gesetzten Erwartungen, was die Kardioprotektion betrifft, haben sich nicht erfüllt. Liegt dies vielleicht daran, daß die Frauen in diesen Studien bei Therapiebeginn meist schon recht alt waren?

Hinweise darauf gibt es jetzt aus einer Metaanalyse von 30 randomisierten Studien mit mehr als 26 000 Frauen. Nur bei Frauen, die bereits vor dem 60. Lebensjahr eine HRT begannen, war die Mortalität insgesamt signifikant reduziert im Vergleich zur jeweiligen Placebo-Gruppe. Auch bei der kardiovaskulären Mortalität gab es eine leichte, wenn auch nicht signifikante Reduktion unter HRT.

Hinweise auf einen kardiovaskulären Schutz durch Hormone gibt es auch aus der Nurses’ Health Study, deren Teilnehmerinnen zu Studienbeginn unter 55 Jahre alt waren. Außerdem lassen tierexperimentelle und erste klinische Studien vermuten, daß eine HRT die Progression einer Atherosklerose durchaus bremsen kann, wenn die Therapie früh beginnt.

Ob eine HRT bei frühem Start tatsächlich kardioprotektiv wirkt, läßt sich aber wohl nur in größeren randomisierten Langzeitstudien klären.

Lesen Sie dazu auch:
Hormone gleich nach der Menopause lohnen sich

Topics
Schlagworte
Menopause (171)
Krankheiten
Menopause (511)
Personen
Ingrid Kreutz (154)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »