Ärzte Zeitung, 08.05.2009

Östrogene sorgen für das metabolische Gleichgewicht

DÜSSELDORF (grue). Der Mangel an Östrogenen nach der Menopause begünstigt bei prädisponierten Frauen die Entwicklung eines metabolischen Syndroms. Frauen mit Typ-2-Diabetes, die eine Hormonersatztherapie (HRT) benötigen, profitieren offenbar von einer transdermalen Behandlung.

Auf die Besonderheiten des metabolischen Syndroms in der Menopause, das von einigen Experten als eigenständige Krankheit angesehen wird, hat Professor Joseph Neulen aus Aachen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Dr. Kade/Besins in Düsseldorf hingewiesen. Das metabolische Syndrom berge für Frauen ein höheres kardiovaskuläres Risiko als für Männer, so Neulen.

"In der Postmenopause herrscht ein Östrogenmangel, während Androgene meist noch für mehrere Jahre in größerem Umfang produziert werden". Der relative Überschuss an Androgenen steigere das Risiko für Herzerkrankungen und beschleunige bei übergewichtigen Frauen die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Dem wirkt nach Angaben von Neulen eine Hormonersatztherapie (HRT) entgegen.

HRT transdermal ist wirkungsvoller als HRT per os.

So konnte gezeigt werden, dass bei Frauen mit koronarer Herzerkrankung das Diabetesrisiko mit einer HRT um 35 Prozent gesenkt werden kann. In einer anderen Untersuchung mit bereits an Diabetes erkrankten Frauen führte eine Hormontherapie - mit oder ohne Gestagenen - unabhängig von anderen Faktoren zu einer Senkung des HbA 1c und somit zu einer Verbesserung des Glukosemetabolismus.

Dabei sei für Frauen mit Typ-2Diabetes eine transdermale HRT wirkungsvoller als eine orale Hormonapplikation, so Neulen. Transdermales Östrogen (Gynokadin® Dosiergel) sei weitgehend stoffwechselneutral und könne gut mit mikronisiertem Progesteron kombiniert werden, das ebenfalls kaum in den Zucker- und Lipidstoffwechsel eingreift.

Eine in Zusammenhang mit Übergewicht und metabolischem Syndrom diagnostizierte Hypertonie wird durch eine HRT entweder nicht beeinflusst oder scheint sich zu bessern. Nach Neulen unterstützen Östrogene die Wirkung blutdrucksenkender Arzneien und regulieren die zirkadiane Rhythmik des Blutdrucks. In einer Studie führte die transdermale Östrogensubstitution zu einer tendenziellen Blutdrucksenkung.

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