Direkt zum Inhaltsbereich

Risikofaktor

Mehr Pankreatitiden nach HRT

In West- und Mitteleuropa sind vielfach Gallensteine oder exzessiver Alkoholkonsum für eine akute Pankreatitis verantwortlich. Ein Risikofaktor scheint aber auch die Hormontherapie in den Wechseljahren zu sein.

Veröffentlicht:
Fibrotische Knötchen einer chronischen Pankreatitis: Schwedische Forscher wollen nun einen Zusammenhang zwischen der HRT und akuter Pankreatitis gefunden haben.

Fibrotische Knötchen einer chronischen Pankreatitis: Schwedische Forscher wollen nun einen Zusammenhang zwischen der HRT und akuter Pankreatitis gefunden haben.

© Davorin Wagner / Chirurgie im Bild

STOCKHOLM. Der Verdacht, mit der Einnahme von Sexualhormonen könnte für Frauen das Risiko einer akuten Pankreatitis steigen, stand aufgrund mehrerer Fallberichte schon länger im Raum. Nun hat sich ein solcher Zusammenhang für die Hormonersatztherapie (HRT) in einer prospektiven Studie aus Schweden bestätigt.

Demnach stieg das Risiko für HRT-Anwenderinnen um das Eineinhalbfache im Vergleich zu Frauen, die keine Hormone wegen ihrer Wechseljahresbeschwerden eingenommen hatten.

Viktor Oskarsson vom Karolinska-Institut in Stockholm und seine Kollegen werteten die Daten von 31.494 postmenopausalen Frauen einer schwedischen Mammografie-Kohortenstudie aus. Die Frauen waren zwischen 48 und 83 Jahren alt und wurden bei Untersuchungsbeginn im Jahr 1997 auch nach einer eventuellen Hormoneinnahme gefragt.

Das schwedische nationale Patientenregister lieferte die Zahlen, wie viele Frauen zwischen 1997 und 2001 an einer akuten Pankreatitis erkrankt sind (CMAJ 2014; online 27. Januar).

Während einer Beobachtungszeit von insgesamt 389.456 Personenjahren traten 237 Fälle einer akuten Pankreatitis auf. Die altersstandardisierte Inzidenzrate betrug 71 Fälle pro 100.000 Personenjahre für HRT-Nutzerinnen und 52 Fälle pro 100.000 Personenjahre für Nicht-Anwenderinnen.

Im Vergleich zu den Nicht-Anwenderinnen war das relative Risiko einer akuten Pankreatitis bei HRT-Anwenderinnen etwa 1,6-fach höher (RR 1,57). Dabei waren eine Pankreatitis beeinflussende Faktoren wie etwa der Rauchstatus, Übergewicht, Taillenumfang und Alkoholkonsum bereits berücksichtigt worden.

Wie lange die Hormoneinnahme zurücklag, spielte für das Risiko keine Rolle, die Dauer und die Art der Hormoneinnahme schon. Bei einer systemischen Einnahme stieg das relative Risiko auf 1,92. Bei einer Therapiedauer über zehn Jahre lag es bei 1,87.

Eine Hormonersatztherapie ist mit einem erhöhten Risiko einer akuten Pankreatitis assoziiert, schließen die Studienautoren. Nun müsse die Bedeutung von Wirkstoffen, Dosierungen und Art der Einnahme für die Risikosteigerung näher untersucht werden.

Oskarsson und Kollegen fordern, falls sich die Ergebnisse bestätigen, künftig Frauen vor jeder Verschreibung einer HRT auch über das höhere Pankreatitisrisiko aufzuklären. (dk)

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Lesetipps
Eine auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel mit antioxidativen Wirkungen.

© bit24 - stock.adobe.com

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Cristiano Ronaldo schießt auf das Tor von Manuel Neuer.

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matthias Hangst

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren