Ärzte Zeitung, 07.03.2006

Schilddrüsen-Check in 10 000 Praxen deutschlandweit

Schilddrüsen-Aktionswoche im April / Patienten wird eine Tastuntersuchung angeboten / Häufigste Ursache von Strumen immer noch Jodmangel

FALKENSTEIN (hbr). Die bundesweite Schilddrüsenwoche Papillon 2006 soll vom 24. bis 30. April die Aufmerksamkeit auf die Schilddrüse lenken. Denn Schilddrüsenkrankheiten wie die Jodmangelstruma sind nach wie vor häufig. 10 000 Arztpraxen werden sich an der Schilddrüsenwoche beteiligen.

Unter dem Motto der Aktionswoche "Die Schilddrüse in guten Händen - Deutschland macht den Schilddrüsen-Check" bieten Kollegen ihren Patienten Palpationen der Schilddrüse an. Teilnehmende Praxen legen Informationsmaterial wie Flyer aus. Es wird auch eine Hotline für Interessierte geben. Für Kollegen sind Fortbildungsveranstaltungen geplant.

Die Schilddrüsenwoche wird gestartet, weil Struma und Knoten so häufig sind. Jeder dritte Erwachsene ist betroffen. Die Ursache der Strumen ist bei neun von zehn Patienten ein Jodmangel, wie Spezialisten betonen. Langzeitfolgen können Knoten sein. Ohne medikamentöse Therapie kann eine Operation oder Radiojod-Therapie nötig werden - derzeit 180 000mal jährlich in Deutschland. Das ließe sich bei früher Therapie oft vermeiden.

   

Medikamente könnten Op verhüten.

   

Laborwerte sind nur ein Teil der Diagnostik: "Die Schilddrüsenfunktion ist bei der Struma meistens normal. Trotzdem können Betroffene behandlungsbedürftig sein", so Professor Christoph Reiners von der Universität Würzburg. Zum Beispiel, wenn die Schilddrüse auf die Trachea drückt.

Die Tastuntersuchung ist eine einfache Methode, um Schilddrüsen auf Knoten oder Vergrößerung zu screenen. Daran erinnerte Privatdozent Joachim Feldkamp von den Städtischen Kliniken Bielefeld bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Falkenstein.: "Sie ist präzise genug, wenn wir Knoten entdecken wollen, die größer als 1 cm sind." Bei Knoten ab dieser Größe müssen Ultraschall, Szintigraphie oder Punktionen gemacht werden.

Studien belegen eine gute Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen von Sonographie und Palpation, so Feldkamp. Sie betrug bei 265 Patienten mit Knoten ab 1 cm über 50 Prozent, bei Knoten über 1,5 cm sogar 85 Prozent. In einer anderen Studie erreichten Ärzte eine Übereinstimmung von 70 Prozent.

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