Ärzte Zeitung, 09.05.2007

Subklinische Hypothyreose kommt häufig vor

Bei Verdacht sollte TSH bestimmt werden / Immunthyreoiditis ist oft Ursache für Schilddrüsenunterfunktion

WIESBADEN (cin). Jeder zweite Patient mit einem TSH-Wert größer 6 mU/l entwickelt nach zehn Jahren eine manifeste Hypothyreose. Die häufigste Ursache ist eine Immunthyreoiditis. Patienten werden üblicherweise dauerhaft mit Levothyroxin behandelt.

Bei Patienten mit einer Immunthyreopathie ist bei der Ultraschalluntersuchung häufig ein typisches echoarmes Binnenmuster zu sehen. Foto: CGC

"Die subklinische Hypothyreose kommt nicht nur häufig vor, sie lässt sich zudem schwer diagnostizieren, erinnerte Privatdozentin Karin Frank-Raue beim Schilddrüsensymposium in Wiesbaden. Etwa 24 Prozent der Menschen in Regionen mit ausreichender Jodversorgung haben nach Schätzungen eine subklinische Hypothyreose.

Bei schwerer Hypothyreose ist auch der fT3-Wert erniedrigt

"Als erste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Hypothyreose muss der TSH-Wert bestimmt werden. Ist der Wert normal, kann eine Hypothyreose mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden", so Frank-Raue bei der von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung.

Um die Diagnose zu sichern, könne zusätzlich fT4 bestimmt werden. Ein erhöhter TSH-Wert in Kombination mit niedrig normalem oder erniedrigtem fT4 sei dann richtungsweisend für eine primäre Hypothyreose. "Die Bestimmung von fT3 ist nicht unbedingt erforderlich, da der Wert nur bei schwerer Erkrankung erniedrigt ist", empfiehlt die niedergelassene Internistin.

Ursachen für eine Hypothyreose wie Schilddrüsen-Op, Radiojodtherapie oder Medikamenten-Einnahme - Lithium oder α-Interferon können etwa TSH erhöhen - können per Anamnese erfragt werden.

Schilddrüsen-Sono liefert meist ein echoarmes Binnenmuster

Führt das nicht zum Ziel, müssen Thyreoidale-Peroxidase-Antikörper (TPO) bestimmt werden. "Denn die Immunthyreopathie ist die häufigste Ursache einer Hypothyreose", erklärt Frank-Raue. Zusätzlich sei bei der Schilddrüsen-Sonografie meist ein typisches echoarmes Binnenmuster zu sehen.

Bei der Hypothyreose ist eine Dauermedikation mit Levothyroxin (zum Beispiel Euthyrox®) üblich. Ziel sind niedrige TSH-Spiegel.

Die TSH-Werte sollten zwischen 0,5 bis 0,8 mU/l liegen, sagte Professor Christian Menzel aus Wiesbaden. Sein Tipp: Lassen sich Patienten trotz hoher Medikamentendosen schlecht einstellen, könne ein anderes Medikament oder eine Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache sein. Das Bakterium führe zum Beispiel zur Malabsorption von Levothyroxin.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »