Direkt zum Inhaltsbereich

Subklinische Hypothyreose kommt häufig vor

WIESBADEN (cin). Jeder zweite Patient mit einem TSH-Wert größer 6 mU/l entwickelt nach zehn Jahren eine manifeste Hypothyreose. Die häufigste Ursache ist eine Immunthyreoiditis. Patienten werden üblicherweise dauerhaft mit Levothyroxin behandelt.

Veröffentlicht:

"Die subklinische Hypothyreose kommt nicht nur häufig vor, sie lässt sich zudem schwer diagnostizieren, erinnerte Privatdozentin Karin Frank-Raue beim Schilddrüsensymposium in Wiesbaden. Etwa 24 Prozent der Menschen in Regionen mit ausreichender Jodversorgung haben nach Schätzungen eine subklinische Hypothyreose.

Bei schwerer Hypothyreose ist auch der fT3-Wert erniedrigt

"Als erste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Hypothyreose muss der TSH-Wert bestimmt werden. Ist der Wert normal, kann eine Hypothyreose mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden", so Frank-Raue bei der von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung.

Um die Diagnose zu sichern, könne zusätzlich fT4 bestimmt werden. Ein erhöhter TSH-Wert in Kombination mit niedrig normalem oder erniedrigtem fT4 sei dann richtungsweisend für eine primäre Hypothyreose. "Die Bestimmung von fT3 ist nicht unbedingt erforderlich, da der Wert nur bei schwerer Erkrankung erniedrigt ist", empfiehlt die niedergelassene Internistin.

Ursachen für eine Hypothyreose wie Schilddrüsen-Op, Radiojodtherapie oder Medikamenten-Einnahme - Lithium oder a-Interferon können etwa TSH erhöhen - können per Anamnese erfragt werden.

Schilddrüsen-Sono liefert meist ein echoarmes Binnenmuster

Führt das nicht zum Ziel, müssen Thyreoidale-Peroxidase-Antikörper (TPO) bestimmt werden. "Denn die Immunthyreopathie ist die häufigste Ursache einer Hypothyreose", erklärt Frank-Raue. Zusätzlich sei bei der Schilddrüsen-Sonografie meist ein typisches echoarmes Binnenmuster zu sehen.

Bei der Hypothyreose ist eine Dauermedikation mit Levothyroxin (zum Beispiel Euthyrox®) üblich. Ziel sind niedrige TSH-Spiegel.

Die TSH-Werte sollten zwischen 0,5 bis 0,8 mU/l liegen, sagte Professor Christian Menzel aus Wiesbaden. Sein Tipp: Lassen sich Patienten trotz hoher Medikamentendosen schlecht einstellen, könne ein anderes Medikament oder eine Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache sein. Das Bakterium führe zum Beispiel zur Malabsorption von Levothyroxin.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram