Ärzte Zeitung, 25.09.2007

Leichte Schilddrüsendysfunktion gefährdet Herzkranke zusätzlich

Selbst leichte Schilddrüsenfunktionsstörung verdoppelte in Studie fast die Sterberate

PISA (cin/gwa). Eine frühe Therapie selbst bei leichter Schilddrüsendysfunktion könnte Leben retten. Das zumindest legen Daten einer aktuellen Studie nahe. Danach hatten Patienten mit Herzerkrankungen plus Schilddrüsendysfunktion innerhalb von 32 Monaten ein etwa doppelt so hohes Sterberisiko wie Herzkranke mit Euthyreose.

Bei älteren, herzkranken Patienten lohnt es sich, bei einer Blutuntersuchung auch nach den Schilddrüsenwerten zu schauen. Foto: Klaro

Forscher aus Pisa untersuchten 3121 Patienten mit Herzkrankheiten wie KHK in einer Studie (Arch Intern Med 167, 2007, 1526). Es gab vier Gruppen: Patienten mit Euthyreose, subklinischer Hypothyreose, subklinische Hyperthyreose und Low-T3-Syndrom. Nach 32 Monaten waren signifikant mehr Patienten mit Schilddrüsendysfunktion gestorben als mit Euthyreose. Die Daten:

  • Euthyreose (TSH und freie Schilddrüsenhormon-Werte fT3 und fT4 normal): Von den 1905 Patienten in dieser Gruppe starben insgesamt knapp 11 Prozent (205 Patienten; 65 starben an kardialen und 140 an nicht-kardiale Ursachen).
  • Subklinische Hypothyreose (TSH zwischen 4,5 bis 10 mU/l, normale fT3 und fT4): In dieser Gruppe mit 208 Patienten starben 20 Prozent (42 Patienten; 15 an kardialen und 27 an nicht kardial-bedingten Ursachen).
  • Subklinische Hyperthyreose (TSH unter 0,3 mU/l, fT3 und fT4 normal): Von den 98 Patienten starben 17 Prozent (17 Patienten; 8 an kardialen und 9 an nicht-kardialen Ursachen).
  • Low-T3-Syndrom (fT3 erniedrig, fT4): Von den 910 Patienten starben knapp 20 Prozent (178 Patienten; 59 an kardialen, 119 an nicht-kardialen Ursachen).

Eine Subgruppenanalyse ergab, dass das Risiko für einen kardial-bedingten Tod etwa bei KHK und subklinischer Hypo- oder Hyperthyreose signifikant höher war als bei nicht-ischämischen Herzkrankheiten (13,5 versus 2,4 Prozent).

Die Daten sind auch deshalb von Bedeutung, weil - zumindest in dieser Studie - knapp 40 Prozent der Patienten außer ihren Herzkrankheiten zusätzlich eine Schilddrüsendysfunktion hatten.

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