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Selen lindert Entzündung bei Hashimoto-Thyreoiditis

HAMBURG (nke). Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Hypothyreose. Durch Applikation von Selen kann die Entzündungsaktivität reduziert und das Allgemeinbefinden verbessert werden. Auch Patienten mit Morbus Basedow können von Selen profitieren.

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Eine Hashimoto-Thyreoiditis haben zu 80 Prozent Frauen. Und: Die Häufigkeit der Autoimmunerkrankung steigt, wie Professor George Kahaly von der Universitätsklinik Mainz betont. Es wird geschätzt, dass 8 bis 10 Prozent der Frauen und 1 bis 2 Prozent der Männer daran erkrankt sind. Im Verlauf der Erkrankung zerstören T-Zellen das Schilddrüsengewebe. Zudem sind Antikörper vor allem gegen Thyreoperoxidase (TPO) nachweisbar.

Die Höhe dieser TPO-Antikörpertiter lässt sich durch Selen-Applikation in Abhängigkeit von der Dosis reduzieren, wie mehrere Studien ergeben haben. Gleichzeitig fühlten sich die Patienten besser, sagte Kahaly bei einem Workshop des Unternehmens Dr. Loges in Hamburg. Um einen Effekt auf die Antikörpertiter zu erzielen, müssen täglich 200 µg Natriumselenit (etwa selen-loges®) eingenommen werden.

Bei einer Dosis von 100 µg täglich veränderte sich die Antikörperkonzentration nicht. Ob die regelmäßige Einnahme von Selen verhindert, dass Patienten eine Hypothyreose entwickeln, ist noch unklar. Eine mögliche Indikation für die Selensubstitution sieht Kahaly vor allem bei Patienten mit Autoimmunthyreoiditis mit ausgeprägter entzündlicher Aktivität und hohen TPO-Antikörpertitern.

Ersten Ergebnissen von weiteren Studien zufolge scheint die Selensubstitution auch bei einer immunogenen Hyperthyreose (Morbus Basedow) sinnvoll zu sein. Inwieweit die Applikation von Selen bei Patienten mit M. Basedow das Entstehen oder Fortschreiten einer endokrinen Orbitopathie vermindern kann, prüft Kahaly derzeit in einer randomisierten Studie. Angesichts der begrenzten therapeutischen Alternativen und der guten Verträglichkeit sei die antioxidative Therapie mit Vitamin E, Vitamin C, Betakarotin und Selen bei Patienten mit endokriner Orbitopathie eine sinnvolle Ergänzung der Therapie, so Kahaly.

STICHWORT

Selen und Schilddrüse

Selen ist für die normale Funktion der Schilddrüse unverzichtbar. Es liegt im Schilddrüsengewebe in hohen Konzentrationen vor. Als Bestandteil der Glutathionperoxidase schützt es das Organ vor Wasserstoffperoxid, das bei der Synthese von Schilddrüsenhormonen entsteht. Zudem ist Selen ein Baustein der Dejodasen, die das Prohormon Thyroxin (T4) zum aktiven Hormon Trijodthyronin (T3) dejodieren. Bei unzureichender Selenversorgung erhöht sich das Verhältnis von T4 zu T3 im Serum. Das kann die Schilddrüsenfunktion stören.

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