Ärzte Zeitung, 17.11.2014

Radiofrequenzablation

Hitze zerstört Knoten in der Schilddrüse

Schilddrüsenknoten entfernen ohne Narben: Das funktioniert auch mit der Radiofrequenzablation.

FRANKFURT AM MAIN. Als nach eigenen Angaben erstes Krankenhaus in Deutschland hat die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum die Radiofrequenzablation gegen Schilddrüsenknoten eingesetzt.

Bei der Methode wird unter lokaler Betäubung eine kleine Sonde durch die Haut in den Schilddrüsenknoten eingeführt, erläutert die Uniklinik die Vorgehensweise in einer Mitteilung. Mithilfe eines Radiofrequenzgenerators werde ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt.

Durch die Sonde werde er auf den Knoten gelenkt, und erhitzt diesen. Diese Temperaturerhöhung zerstört den Schilddrüsenknoten schonend, das behandelte Gewebe wird danach vom Körper selbstständig abgebaut.

Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe und Zahl der Schilddrüsenknoten zwischen zehn und 15 Minuten. Ein stationärer Aufenthalt ist dafür nicht notwendig. Durch die Behandlung entstehen keine Narben auf der Haut.

Die Klinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Frankfurt sei weltweit das einzige Institut, das verschiedene thermoablative Verfahren anbietet, heißt es in der Mitteilung.

Nachdem sie im August 2012 die Mikrowellenablation eingeführt habe, seien im Januar 2014 die ersten Patienten mit fokussiertem Ultraschall an Schilddrüsenknoten behandelt worden. Bei Patienten mit heißen und kalten Knoten werde eine Kombitherapie aus Thermoablation und Radiojodtherapie durchgeführt. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »