Ärzte Zeitung, 28.06.2004

Schrumpft der Bauch, steigt die Potenz

Studie mit übergewichtigen Männern mit ED

NEAPEL (Rö). Übergewichtige Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) profitieren vom Abspecken gleich doppelt: Nicht nur das Risiko fürs Herz wird reduziert, auch die Manneskraft wird wiederhergestellt, sofern die Gefäße noch nicht chronisch geschädigt sind.

Wenn es bei dicken Männern im Bett nicht mehr klappt, wäre Abspecken eine vielversprechende Option. Foto: dpa

In einer Studie mit insgesamt 110 Männern zwischen 35 und 55 Jahren hat Dr. Katherine Esposito von der Universitätsklinik in Neapel den Einfluß der Gewichtsabnahme auf die Potenz untersucht (JAMA, 291, 2004, 2978). Die Männer waren adipös, hatten eine erektile Dysfunktion, aber keinen Diabetes, keine Hypertonie und auch keine Fettstoffwechselstörungen.

Die eine Hälfte erhielt in monatlichen Gruppensitzungen detaillierte Infos zur Kalorienreduktion, zu Diät-Tagebüchern und zu den Zielen der Therapie. Zudem wurde eine verhaltenspsychologische Beratung angeboten. Das Ziel: Mindestens zehn Prozent des Gewichts mußten runter. Die andere Hälfte erhielt nur allgemeine Hinweise zu gesunder Ernährung und Bewegung.

Nach zwei Jahren wurde Bilanz gezogen. Bei den Männern, die das intensive Programm absolviert hatten, war der Body-Mass-Index von durchschnittlich 37 auf 31 gesunken. Bei den Männern, die nur allgemeine Infos bekommen hatten, hatte sich kaum etwas getan.

Durch das intensive Programm wurde bei 17 der so instruierten Männer, also einem Drittel, die volle Potenz wiederhergestellt. Die allgemeinen Hinweise dagegen bewirkten nur bei drei Männern eine Verbesserung der Potenz.

Als Erklärung für den günstigen Effekt der Gewichtsabnahme gibt die italienische Wissenschaftlerin an, daß sich die Endothelfunktion verbessert habe und Werte einiger Entzündungsparameter gesunken sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »