Ärzte Zeitung, 25.01.2006

Bestätigt: Potenzschwäche ist Vorbote für Gefäßkrankheiten

Daten zweier US-Studien mit fast 10 000 Männern

SAN ANTONIO (ple). Die Ergebnisse einer prospektiven Studie mit fast 10 000 Männern bestätigen, daß erektile Dysfunktion ein Vorbote kardiovaskulärer Erkrankungen ist.

Die Studienteilnehmer gehörten zur Placebo-Gruppe der Prostata Cancer Prevention-Studie und waren mindestens 55 Jahre alt. Die Patienten würden über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet.

Mehr als 8000 Männer (85 Prozent) hatten zu Beginn der Studie keine kardiovaskuläre Erkrankung. Fast jeder zweite von allen hatte zu diesem Zeitpunkt eine erektile Dysfunktion (ED). Von den anderen entwickelten etwa 60 Prozent innerhalb von fünf Jahren eine ED.

Wie die Urologen um Dr. Ian M. Thompson vom University of Texas Health Science Center in San Antonio berichten, hatten Männer mit ED ein zweifach erhöhtes Risiko, kardiovaskulär zu erkranken, also etwa eine Angina pectoris, einen Myokardinfarkt, einen Schlaganfall oder eine transiente ischämische Attacke zu bekommen (JAMA 294, 2005, 2996).

Aufgrund der prospektiv gewonnenen Daten empfehlen die US-Urologen, bei Männern mit ED nach den bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren zu fahnden und bei Bedarf gefäßschützende Maßnahmen einzuleiten.

Ähnliche Ergebnisse hat eine weitere US-Studie geliefert, in der ED im Vergleich zu Hypertonie oder Lipidspiegel im Blut sogar ein stärkerer Vorhersagewert zugeordnet wurde (Arch Intern Med 166, 2006, 201). An der Studie hatten 221 Männer teilgenommen, bei denen das Ausmaß einer kardiovaskulären Erkrankung bestimmt werden sollte. Zugleich wurden sie zu ihrer Sexualleben befragt.

Jeder zweite von ihnen hatte eine ED. Diese Männer schnitten zudem bei ergometrischen Tests schlechter ab und hatten eine niedrigere linksventrikuläre Auswurffraktion als die Männer ohne ED.

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