Furcht vor Aids sinkt - mehr Menschen mit HIV

BERLIN (HL). Etwa 1950 Menschen haben sich im vergangenen Jahr neu mit dem HI-Virus infiziert - das sind 280 mehr als im Vorjahr. Als Ursache dafür nennen das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das sinkende Risikobewußtsein vor allem homosexueller Männer.

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Ein Faktor könne dabei sein, so Professor Reinhardt Kurth vom RKI, daß die Erfolge bei der Behandlung von Patienten mit HIV und Aids den Irrtum nähre, die tödliche Krankheit sei heilbar. Kurth kritisierte in diesem Zusammenhang die Hersteller von Aids-Präparaten, die mit ihrer Werbung und Information vor allem in Männerzeitschriften den Eindruck erweckten, Aids sei eine leicht beherrschbare Krankheit.

In seinem Epidemiologischen Bulletin bittet das Robert-Koch-Institut Ärzte, die HIV-Neu-Infektionen melden, dringend darum, auch Aussagen über den Infektionsweg zu machen. Bei 22 Prozent der Meldungen fehlt diese Angabe. Die Information über den Infektionsweg sei wichtig, weil nur so verläßliche Angaben zum Verlauf gemacht werden können.

Wie aus den jährlichen Repräsentativerhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht, nimmt riskantes Verhalten wieder zu. Promiske Menschen benutzten 2003 zu 78 Prozent Kondome, zwei Jahre zuvor waren es noch 83 Prozent gewesen.

Der Start in eine neue Sexualbeziehung erfolgte bei 73 Prozent mit Präservativ, im Jahr 2000 waren dies 78 Prozent. Bei Urlaubsbekanntschaften sank der Anteil geschützter Sexualkontakte von 79 Prozent im Jahr 2001 auf 73 Prozent im letzten Jahr. Entsprechend ging die Zahl verkaufter Kondome seit 2000 um 18 auf 189 Millionen zurück.

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