Ärzte Zeitung, 16.06.2004

KOMMENTAR

Erfolg auch ohne Vakzine gegen HIV

Von Heinz dieter Rödder

In zwei bis drei Jahren werden wir eine Vakzine gegen HIV haben und das Aids-Problem endgültig gelöst haben. Dieser Ansicht waren viele Wissenschaftler. Das war 1985. Später hieß es dann: in fünf Jahren ist die Vakzine da oder in zehn...

Entscheidend weitergekommen sind die Forscher dabei bis heute trotz aller Anstrengungen nicht. Inzwischen gibt es Zweifel daran, ob es die Vakzine gegen HIV, die jeden schützt, überhaupt geben wird oder geben kann. Damit würde eine wirksame Waffe, mit der so gefährliche Infektionskrankheiten wie die Pocken besiegt worden sind, gegen HIV leider nicht zur Verfügung stehen.

Erfolge im Kampf gegen Aids sind ohne Vakzine erzielt worden - durch eine Therapie gegen HIV. Was Mitte der achtziger Jahre kaum ein Arzt für möglich gehalten hatte, ist eingetreten. Durch antivirale Kombinationstherapien läßt sich das Virus inzwischen über Jahrzehnte in Schach halten.

Und hier kommen die Forscher weiter voran bei den Zielen, die Wirksamkeit langfristig zu erhalten, die Bildung von Resistenzen zu unterbinden und die Vertäglichkeit der Therapie zu verbessern. Mit pharmakologischer Forschung, und mit viel klinischer Forschung, die die Therapie begleitet, ist viel erreicht worden.

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