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HIV-Epidemie wächst vor allem in Asien und im Osten Europas

LONDON (dpa). Der aktuelle Welt-Aids-Bericht soll die Aufmerksamkeit besonders auf die schnell wachsenden Epidemien in Osteuropa und Asien lenken. Das hofft Peter Piot, Chef des Aids-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen (UNAIDS). 2003 infizierten sich allein in Asien mehr als eine Millionen Menschen mit HIV.

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"Es gibt eine riesige Aids-Epidemie an der Türschwelle zur Europäischen Union, in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion", unterstrich Piot in einem dpa-Gespräch in London. "Der Mann auf der Straße muß wissen, daß ihn eine Aids-Epidemie in einer globalisierten Welt selbst dann betrifft, wenn sie sich in tausenden Kilometern Entfernung zuträgt."

Mit Blick auf Asien ergänzte Piot: "Eine von vier neuen Infektionen gibt es inzwischen dort." Vor allem die politische Führung der betroffenen Länder - etwa China - müsse das Problem erkennen und offen darüber sprechen, verlangte Piot aus Anlaß der Veröffentlichung des Aids-Berichts gestern und der XV. Welt-Aids-Konferenz, die in Bangkok vom 11. bis 16. Juli unter dem Motto "Access for all" (Zugang für alle) stattfindet.

Der Kampf gegen die Immunschwäche sei nicht allein eine Frage der Solidarität, sondern eine des eigenen Interesses: "Geld kann wichtige Regionen der Welt stabilisieren. Und das ist auch für Westeuropa wichtig." Weltweit ist zwischen 2001 und 2003 dem Report zufolge die Zahl der HIV-Infizierten von 35 auf 38 Millionen gestiegen. Tendenz steigend. Allein in Afrika südlich der Sahara leben etwa 25 Millionen HIV-Infizierte.

Auch in Westeuropa hat die Zahl der Infizierten in diesem Zeitraum zugenommen: von 540 000 auf 580 000. Ende 2003 lebten in Deutschland 43 000 Menschen mit HIV oder Aids, etwa 2000 infizieren sich hier jährlich neu mit HIV.

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