Ärzte Zeitung, 27.08.2004

KOMMENTAR

Geld für Prävention könnte Russen helfen

Von Helmut Laschet

Die Zahl HIV-Infizierter und Aids-Kranker in Rußland steigt rasant. In keinem Teil der Erde greift die tödliche Epidemie so stark um sich wie im Machtbereich des untergegangenen Kommunismus. Wiederholt sich dort die schwarzafrikanische Katastrophe?

Für Fatalismus spricht einiges: In Rußland hat individuelles Menschenleben seit je her weniger bedeutet als in den westlichen Zivilisationen. Das hat gegolten für den zaristischen Feudalismus, erst recht für den menschenverachtenden Kommunismus - und nun auch für einen zynischen Kapitalismus, dem (noch) jegliche soziale Komponente fehlt.

Aber es gibt Unterschiede zu Schwarzafrika: Rußland und Osteuropa liegen nicht in Agonie. Nach langer Krise beginnt die Wirtschaft im Kontinent östlich der Europäischen Union zu blühen. Das Kapital der osteuropäischen Länder und Rußlands sind vor allem seine Menschen und ihre Bildung.

Das sind Voraussetzungen dafür, daß Präventionsprogramme und Hilfen der Vereinten Nationen und der westlichen Staaten mehr Wirksamkeit entfalten können als in Afrika. Es ist deshalb nicht unabänderlich, daß Gesundheit und die Bekämpfung von Gesundheitsrisiken in Osteuropa und Rußland noch eine erschreckend niedrige Priorität haben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen von Tag 1 und 2 des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »