Ärzte Zeitung, 24.11.2004

Frauen so häufig wie Männer mit HIV infiziert

Organisation UNAIDS legt Report zu HIV und Aids vor / In West-Europa Zunahme der infizierten Heterosexuellen

LONDON (ast). Mehr als 37 Millionen Erwachsene weltweit sind mit HIV infiziert oder haben Aids. Wie aus einem gestern in London und in 13 anderen Städten vorgelegten Report der Organisation UNAIDS hervorgeht, ist bereits jeder zweite seropositive Patient eine Frau.

In West-Europa habe sich die Zahl der auf heterosexuellem Wege infizierten Patienten zwischen 1997 und 2002 verdoppelt, so die Organisation. Wie die stellvertretende geschäftsführende Direktorin von UNAIDS, Dr. Kathleen Cravero, sagte, nimmt die Zahl der mit HIV neu Infizierten vor allem in Ost-Europa und Asien sehr schnell zu. UNAIDS ist ein Zusammenschluß von neun Organisationen der Vereinten Nationen.

In Rußland leben mit etwa 70 Prozent die meisten der offiziell in Ost-Europa gemeldeten HIV-Infizierten. UNAIDS schätzt, daß dort etwa 860 000 Seropositive leben, 80 Prozent davon im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Die Zahl der seropositiven Schwangeren stieg von 125 im Jahr 1998 auf 3531 im vergangenen Jahr.

UNAIDS nutzte die Veröffentlichung des Reports "Global AIDS Epidemic Update", um darauf hinzuweisen, daß heute nicht länger von einer homogenen weltweiten Aids-Epidemie gesprochen werden könne. Stattdessen müsse zwischen den Entwicklungen in den verschiedenen Ländern und Regionen unterschieden werden.

Daraus leitet Cravero ab, daß es für die verschiedenen Länder unterschiedliche Lösungsansätze geben müsse. So sei mehr Aufmerksamkeit der Tatsache zu schenken, daß die Zahl der sich neu infizierenden Frauen in vielen Regionen seit Jahren überdurchschnittlich stark steige. Bislang sei versäumt worden, diesen Trend zu bremsen.

Weitere Informationen unter www.unaids.org

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