Ärzte Zeitung, 06.06.2005

Infizierte profitieren von neuem Kombipräparat

Daten zur Kombi-Therapie mit Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz / Ein Pluspunkt ist auch die gute Verträglichkeit

WIEN (ple). Deutlich mehr bisher unbehandelte HIV-Infizierte sprechen auf eine Behandlung mit der neuen Fixkombination Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz an als auf die alte Kombination aus Azidothymidin, Lamivudin plus Efavirenz. Dabei ist die neue Kombinationstherapie viel besser verträglich.

Beim 2. Gemeinsamen Deutsch-Österreichischen Aids-Kongreß in Wien hat Professor Schlomo Staszewski aus Frankfurt am Main weitere Zwischenergebnisse der Studie GS-934 mit knapp 490 Patienten vorgestellt. Die Daten wurden, wie berichtet, nach 48 Wochen Therapie erhoben.

    1 x tägliche Einnahme bringt Vorteile
   

Die Studie wurde inzwischen auf 96 Wochen verlängert, wie es auf einer von dem Unternehmen Gilead Sciences unterstützten Veranstaltung hieß. Ziel der Studie war es zu belegen, daß die neue Kombinationstherapie Tenofovir plus Emtricitabin (als Truvada® seit kurzem auf dem Markt) plus Efavirenz in der Wirksamkeit der alten Kombinationstherapie nicht unterlegen ist. Den Ergebnissen der Zwischenauswertung zufolge könne man sogar von einer Überlegenheit der neuen Kombinationstherapie sprechen, sagte Staszewski in Wien.

Auf die neue Kombinationstherapie sprachen 84 Prozent der Patienten an, auf die alte dagegen nur 74 Prozent. Wegen unerwünschter Wirkungen wie Anämie hatten nur vier Prozent der Patienten in der Verumgruppe die Therapie abgebrochen.

Mit neun Prozent war das in der Vergleichsgruppe bei mehr als doppelt so vielen Patienten der Fall. Mit 81 Prozent gelang es bei signifikant mehr Patienten mit der Kombination Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz, die Virusmenge im Blut unter 400 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter zu drücken als in der Vergleichsgruppe mit 70 Prozent.

Vorteil der neuen Kombitherapie sei zudem, so der HIV-Therapeut, daß die Tabletten nur einmal täglich eingenommen werden müssen, Azidothymidin plus Lamivudin dagegen zweimal täglich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »