Ärzte Zeitung, 07.06.2005

Monotherapie sollte nur in klinischen Studien erfolgen

Patienten interessieren sich für vereinfachte Therapie

WIEN (ple). In jüngster Zeit werden immer öfter Stimmen laut, die eine Monotherapie von HIV-Infizierten befürworten. Die derzeit gültigen Leitlinien raten aber davon ab.

Von einer Monotherapie erhoffen sich die Befürworter weniger unerwünschte Wirkungen und eine viel bessere Compliance als mit Kombitherapien.

Derzeit werden meist drei Medikamente für die HIV-Therapie empfohlen. Auch wenn die Ära der HIV-Therapie mit einer Monotherapie begonnen hat, nämlich mit Azidothymidin, gibt es zur Therapie mit nur einem antiretroviralen Medikament noch zu wenig klinische Daten, die den Nutzen belegen könnten.

Nicht zuletzt hat erst die Mitte der 90er Jahre begonnene und als HAART bezeichnete Kombitherapie dazu beigetragen, daß heute HIV-Infizierte viel länger leben als vor der HAART-Ära - manche schon 15 Jahre und länger.

Den Erfahrungen mancher HIV-Therapeuten in Schwerpunkt-Praxen zufolge treten in jüngster Zeit immer öfter Patienten auf mit der Bitte um eine Monotherapie. Doch es gibt derzeit kein Medikament, das für eine Monotherapie geeignet wäre, wie Dr. Stefan Esser aus Essen beim deutsch-österreichischen Aids-Kongreß in Wien gesagt hat.

In einer Befragung des Plenums während einer Veranstaltung plädierten die meisten Teilnehmer denn auch für Studien zur Monotherapie. Parallel dazu befürworteten viele, Daten zur Monotherapie, wenn sie in Einzelfällen etwa wegen Medikamenten-Unverträglichkeit erforderlich ist, schon jetzt zu sammeln.

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