Ärzte Zeitung, 21.06.2005

Beschleunigt Vakzine die HIV-Infektion?

WIEN (dpa). Eine österreichische Studie hat Hinweise darauf ergeben, daß bisherige Impfstrategien die HIV-Infektion beschleunigen könnten. Das Problem sei, "daß HIV auf bestimmte Antikörper ganz anders reagiert, als wir das von anderen Infektionen kennen", sagte der Innsbrucker Dr. Manfred Dierich beim Aids-Kongreß in Wien. "Die bisher durch Impfstoff-Kandidaten erzeugten Antikörper bewirken offenbar das Gegenteil vom erwünschten Effekt: Statt den HIV zu neutralisieren, fördern sie die Ausbreitung der Infektion."

Bis ein Impfstoff gefunden wird, könnten sich Frauen auch durch Vaginalzäpfchen schützen, sagte die Kongreßpräsidentin Dr. Brigitte Schmied. Nach britischen Berechnungen könnte selbst ein Gel oder Zäpfchen, das nur zu 60 Prozent wirksam ist und von 20 Prozent der Frauen benutzt würde, innerhalb von drei Jahren 2,5 Millionen HIV-Infektionen verhindern".

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