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KOMMENTAR

Gefährliche Schlußfolgerung

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Männer, die beschnitten sind, haben ein geringeres Risiko, sich mit dem Aids-Erreger HIV zu infizieren. Diese Beobachtung aus epidemiologischen Untersuchungen findet sich, wie gestern gemeldet, möglicherweise auch in einer randomisierten Studie in Südafrika. Sollte sich das Ergebnis in weiteren randomisierten Studien bestätigen, was wäre damit gewonnen? Eigentlich sehr wenig.

Denn prophylaktisch schon jeden Jungen und jeden Erwachsenen in Hochrisikogebieten, etwa in afrikanischen Ländern, zu beschneiden, um das Infektionsrisiko zu senken, würde das Gesundheitswesen in diesen Ländern finanziell und organisatorisch überfordern.

Nicht zuletzt würde die massenhafte Beschneidung nur dann einen Sinn machen, wenn alle anderen präventiven Maßnahmen, allen voran die Verwendung von Kondomen, weiterhin propagiert - und genutzt - würden. Dann wäre aber eine Beschneidung überflüssig.

Zudem wäre es fatal, wenn beschnitte Männer die Lehre aus randomisierten Studien ziehen würden, sie seien vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger geschützt. Das würde alle Präventionsbemühungen konterkarieren - der Schuß ginge nach hinten los.

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