Ärzte Zeitung, 03.08.2005

Sterberate bei HIV-Infizierten ist um über 90 Prozent gesunken

Schweizer Kohortenstudie belegt Langzeiterfolg der Dreifachkombinationen

BRISTOL (Rö). Die hochaktive antiretrovirale Therapie gegen HIV ist eine Erfolgsgeschichte, wie es sie nur selten in der Medizin gibt. Seit der Einführung dieser Therapie Mitte der 90er Jahre sind die Raten der Progression zu Aids und die Sterberaten um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Dies belegen Langzeitdaten der prospektiven Schweizer Kohortenstudie.

Heute der gedruckten "Ärzte Zeitung" beiliegend: Die "Ärztliche Allgemeine" zu Fortschritten bei Aids.

Die Daten hat jetzt Dr. Jonathan A. C. Sterne von der Universität in Bristol in Großbritannien zusammen mit Schweizer Kollegen veröffentlicht (The Lancet 366, 2005, 378).

In der Schweizer Kohortenstudie wurden drei Gruppen von HIV-Infizierten verglichen: Patienten, die ab Januar 1996 erstmals mit einer Therapie gegen HIV, und damit der hochaktiven Kombinationstherapie (HAART), begonnen hatten, HIV-Infizierte, die eine Zweifachtherapie erhalten hatten und Patienten aus der Zeit, als es keine Therapie gegen HIV gab.

Kriterium war das Erreichen des Vollbildes von Aids oder der Tod. Daran gemessen war die Rate bei der hochaktiven Therapie im Vergleich zu keiner Therapie gegen HIV um 86 Prozent geringer und die Rate im Vergleich zu einer Zweifachtherapie um 51 Prozent geringer.

Betrachtet man nur die Patienten, die sich nicht durch Drogenspritzen infiziert haben, war die Rate bei HAART im Vergleich zu keiner Therapie sogar um 92 Prozent geringer.

Die Erfolgsgeschichte der Dreifachkombitherapie gegen HIV steht auch im Zentrum der Ausgabe der "Ärztliche Allgemeine", die heute der gedruckten "Ärzte Zeitung" beiliegt. Vor welchen neuen Herausforderungen stehen Ärzte und Patienten jetzt? Und was bedeutet es für die HIV-Infizierten in den Teilen der Welt, in denen sie diese Therapie nicht zur Verfügung haben?

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