Neuer Wirkstoff gegen HIV in Studie bewährt

DUBLIN (nsi). Medikamente mit neuen Zielstrukturen und Wirkmechanismen sind die einzige Möglichkeit, bei HIV-infizierten Patienten mit nachlassender Wirksamkeit der bisherigen Schemata die Viruslast wieder zu senken. Beim europäischen Aids-Kongreß in Dublin waren daher neue Substanzen ein Schwerpunkt. Zu diesen gehört etwa der HIV-1-Integrase-Hemmer MK-0518.

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In einer Phase-2-Studie mit 35 zuvor noch unbehandelten Patienten hat MK-0518 die Virusmenge innerhalb von zehn Tagen um 1,7 bis 2,2 Logstufen reduzieren können. Das entspricht einer Verringerung der HIV-RNA-Kopien im Blut um 98 Prozent.

Die antiretrovirale Wirksamkeit sei nach den Daten dieser ersten Vorstudie gut. Die Substanz sei so vielversprechend, daß eine weitere klinische Untersuchung mit untherapierten HIV-Infizierten bereits initiiert sei, sagte Dr. Javier Morales-Ramirez vom Institut für Klinische Forschung in San Juan in den USA.

In der über zehn Tage laufenden Studie wurde MK-0518 in vier unterschiedlichen Dosierungen versus Placebo getestet. Die Probanden hatten mindestens 5000 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut. Die CD4-positiven Zellen mußten mindestens bei 100 pro Mikroliter Blut liegen.

Im Gegensatz zur Placebogruppe fiel bei etwa der Hälfte der Probanden in den Verumgruppen die Zahl der HIV-RNA-Kopien auf unter 400 pro Milliliter Blut. MK-0518, entwickelt von dem Unternehmen Merck Sharp & Dohme, wurde gut vertragen. Häufigste unerwünschte Wirkungen waren Kopfschmerzen und Benommenheit.

Der Hemmstoff ist die erste Substanz aus der neuen Klasse der Integrase-Hemmer. Sie verhindern, daß sich das Virus ins menschliche Genom integrieren und vermehren kann.

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