Direkt zum Inhaltsbereich

Drei Substanzen eliminieren HI-Viren effektiv

TORONTO (awa). Vier Medikamente sind nicht besser als drei Medikamente: Erhalten bisher nicht behandelte Aids-Patienten zusätzlich zu einer Standardtherapie aus drei verschiedenen Substanzen eine vierte, ist die Viererkombination zwar nicht toxischer, bringt jedoch auch keinen Vorteil, erhöht aber die Kosten.

Veröffentlicht:

Das ist das Ergebnis einer randomisierten, doppelblinden Studie der AIDS Clinical Trials Group (ACTG). Darin erhielten 765 bisher nicht behandelte Patienten drei Jahre lang zwei verschiedene Therapien: entweder die beiden nukleosidalen Reverse Transkriptasehemmer (NRTI) AZT und 3TC und den nicht nukleosidalen Reverse Transkriptasehemmer (NNRTI) Efavirenz oder diese Dreierkombination plus den NRTI Abacavir.

Vorgestellt wurde die Studie von Professor Roy Gulick, New York/USA, auf der Welt-Aidskonferenz in Toronto, Kanada. Sie wurde auch aktuell in der Zeitschrift der American Medical Association veröffentlicht (JAMA 296, 2006, 769).

Innerhalb von drei Jahren erreichten in beiden Behandlungsarmen jeweils ein Viertel der Patienten den primären Endpunkt virologisches Versagen, definiert als Viruslast über 200 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter in zwei aufeinanderfolgenden Messungen. Die Zeit bis zum virologischen Versagen, der Anstieg der CD4-Zellzahl, die Rate der Nebenwirkungen, die The-rapietreue sowie die Resistenzentwicklung unterschieden sich in den beiden Gruppen ebenfalls nicht.

Insgesamt haben Gulick zufolge beide Therapien die Vermehrung der HI-Viren ähnlich effektiv verhindert. So sank die Viruslast bei den meisten Patienten innerhalb von 16 Wochen unter 200 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut und innerhalb von 24 Wochen unter 50 Kopien.

85 Prozent der 169 Patienten, die nach drei Jahren noch im Studienarm mit der Dreierkombination behandelt wurden, hatten eine Viruslast unter 50 Kopien. Mit der Viererkombination erreichten das 88 Prozent der 156 noch in der Studie verbliebenen Patienten.

Damit bestätigten die Ergebnisse nach Aussage von Gulick, daß zwei NRTIs plus Efavirenz als eine der empfohlenen bevorzugten Ersttherapien ausreichend wirksam ist.

Mehr zum Thema

Präexpositionsprophylaxe

HIV-PrEP: Diese Möglichkeiten gibt es

Besonderes Augenmerk auf HBV

HIV und Impfungen: Was beachten, was testen?

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Lesetipps