Ärzte Zeitung, 01.12.2006

HIV in Kürze

Heute wird weltweit die Rote Schleife getragen

Menschen in aller Welt stecken sich heute zum Internationalen Welt-Aids-Tag eine Rote Schleife an. Die Schleife soll zeigen, daß man Mitgefühl mit den Betroffenen hat und bereit ist, ihnen zu helfen. In den USA, aber zunehmend auch in Deutschland, sind heute Geschäfte statt mit Stern und Adventskranz mit der Roten Schleife dekoriert.

Lebenserwartung bei HIV-Infektion gestiegen

HIV-Infizierte in den USA können heute gut 24 Jahre lang überleben, wenn sie optimal behandelt werden. Die Therapie hat allerdings auch ihren Preis. 618 000 US-Dollar kostet die Behandlung eines einzelnen HIV-Patienten vom Beginn der Therapie bis zum Tod. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in der Novemberausgabe der Zeitschrift "Medical Care" veröffentlicht worden ist.

Erfolg antiviraler Therapie hält an

Mit einer hochaktiven antiretroviralen Dreifach-Therapie steigt die Zahl der T-Helfer-Zellen auch nach sieben Jahren noch kontinuierlich. In der bisher längsten prospektiven Studie hatten 59 von ursprünglich 100 Patienten nach sieben Jahren Behandlung weiterhin eine Viruskonzentration unter 50 HIV-RNA Kopien/ml.

Blutprodukte sind heute sehr sicher

Die Gefahr, sich durch eine Bluttransfusion mit HIV, HBV und HCV zu infizieren, ist in Deutschland extrem gering. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie des Deutschen Roten Kreuzes hervor. Nach dem Ergebnis ist bei 30 Millionen Bluttransfusionen nur einmal HIV übertragen worden. Mit Hepatitis ist kein einziger Transfusionsempfänger infiziert worden.

Neue HIV-Vakzine wird in Afrika getestet

An der Erprobung eines neuen Impfstoffes gegen HIV sind deutsche Wissenschaftler dabei. Seit kurzem läuft eine Studie vor allem in Tansania mit einem in den USA entwickelten Impfstoff. Geleitet wird das Team von Dr. Michael Hölscher vom Klinikum der Universität München. Die Vakzine der sogenannten dritten Generation enthält mehrere Gene von HIV: gag, pol, nef und env. Als Genfähre wird ein vermehrungsunfähiges Adenovirus Typ 5 verwendet.

Mega-Spende der Gates-Stiftung

287 Millionen Doller hat die Bill and Melinda Gates-Siftung zur Verfügung gestellt. Ziel ist, eine Vakzine gegen HIV zu entwickeln.

Lesen Sie dazu auch:
"Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere"
Große Wirkstoff-Palette sichert Therapie-Erfolg
Aktion "Gemeinsam gegen Aids" stärkt Prävention
HIV in Zahlen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »