Ärzte Zeitung, 02.04.2007

WHO rät zur Zirkumzision

Vorhaut-Entfernung halbiert Risiko für HIV-Infektion

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in Ländern mit einer hohen HIV-Rate eine Beschneidung der Männer. Grund sind neue Studien, nach denen eine Zirkumzision das Risiko für eine HIV-Infektion mehr als halbiert.

Bei einer Beschneidung müssten Männer aber sorgfältig darüber aufgeklärt werden, dass der Eingriff das Infektionsrisiko lediglich senke, eine Ansteckung aber nicht generell verhindere, teilte die WHO in Genf mit.

"Die Empfehlungen sind ein wichtiger Schritt in der HIV-Vorbeugung", betonte der WHO-Direktor für HIV/Aids, Kevin De Cock. Länder mit einem HIV-Problem und einem geringen Anteil beschnittener Männer stehe nun eine weitere Präventionsmaßnahme zur Verfügung. Es werde allerdings Jahre dauern, bis sich dies günstig auf die Zahl der Aidskranken auswirke. Weltweit sind nach WHO-Schätzungen etwa 665 Millionen Männer beschnitten, das sind etwa 30 Prozent aller erwachsenen Männer.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Zirkumzision könnte in Afrika jährlich zehntausende Leben retten, denn sie halbiert das HIV-Infektionsrisiko

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »